Lisa Sonnenschein
Achtung, Achtung: Hier kommt ein Fernweh-Roman! =)

Mit Kolumbien hatte bisher ziemlich wenig - um nicht zu sagen gar keinen - Kontakt. Ich habe nie darüber nachgedacht, dorthin zu fliegen, oder mir Gedanken gemacht, wie es dort aussehen könnte. Dieses Buch hat das geändert.

Angela Planert beschreibt das Leben von Katharina. Katharina steht mitten im Leben, hat einen Job, den sie gerne macht, eine Beziehung, die sie langweilt und wünscht sich ein Abenteuer. Das soll sie dann auch haben, als ihr Vorgesetzter ihr eine Stelle zum Übergang in Kolumbien anbietet. Wenn der Vertrag mit einer Partnerfirma dort geschlossen würde, könnte sie vorerst vor Ort bleiben und den Verlauf des Geschäftes im Sinne ihres Arbeitgebers überwachen. Katharina bricht alle Zelte ab (inklusive ihrer wenig befriedigenden Beziehung) und reist sofort los. Vor Ort verliebt sie sich allerdings in den Chef der Partnerfirma - Antonio. Das Problem ist bloß: Er sitzt im Rollstuhl und das nicht ohne Grund. Es beginnt ein abenteuerlicher Versuch der Aufarbeitung seiner Vergangenheit und das frisch verliebte Paar findet sich in einem Sumpf aus Gewalt, Vertuschung, Korruption und sogar Drogen wieder.

Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben - für mich sehr spannend, denn man muss mitdenken. Ohnehin regt das kriminalistisch angehauchte Werk sehr zum Mitten-drin-sein, zum Mitdenken und zum Hypothesen-aufstellen ein. Das war ja mal wieder was für mich! =) Als ich das E-Book erhalten habe, war mein erster Gedanke "Ach du Schande, 724 Seiten!" - "Identität" las sich allerdings flüssiger und schneller als so mancher 250 Seiten Roman! Ich war an jeder Stelle mitten in der Handlung und habe nie aufhören können, Vermutungen anzustellen und das Unheil hinter jeder Ecke zu erwarten. Da findet sich leider auch das einzige Manko an dem Buch: Es dröselt sich wahnsinnig viel auf und Schritt für Schritt erfährt man, welchen Sinn welche Erinnerungen von Antonio machen - leider fehlt irgendwie der große Knall! Ich alte Verschwörungstheoretikerin habe bis zum Schluss auf DIE Wendung gewartet (natürlich gerne auch mit Happy End ;)), leider kam sie nicht mehr...
Nichtsdestotrotz ein superspannendes Buch, die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten wird herrlich ausgeschmückt und wirkt wunderbar erwachsen - wer mich kennt weiß, das ist mir wichtig. Die Charakterzeichnung gefällt mir sehr gut (obwohl Katharina anfangs einen etwas naiven Eindruck auf mich machte, haben wir uns schnell angefreundet) - auch die Nebencharaktere habe ich sehr liebgewonnen...

Meine Empfehlung hat das Werk von Angela Planert in jedem Fall und ich freue mich schon darauf, es euch im Rahmen einer Blogtour Anfang Februar näherbringen zu können. 
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Angela Planert: "Identität - Sehnsucht und Vergessen". Erschienen am 22.Januar 2014 über die CreateSpace Independent Publishing Platform. Kostenpunkt: 18,40€ als Taschenbuch. 
Lisa Sonnenschein
Was folgt ist meine erste Rezension ohne Video - vielleicht hole ich das bei Gelegenheit noch nach, folgend sollen jedoch nur noch einzelne Rezensionen von Videos unterstützt werden. 

Wer mich kennt weiß: Ich bin verrückt. Eine Disney-Fanatikerin, die (fast) jeden Satz in (fast) jedem Film mitsprechen, zumindest aber alle Lieder auswendig mitsingen kann. Ein gängiges Spielchen mit einer Freundin ist das zusammenhanglose Vorwerfen von Zitaten aus Disneyfilmen mit entsprechender Betonung. Ewige Schande droht dem, der dann nicht drauf kommt. ("Schande über dich, Schande über deine Kuh!")
Als ich also über diesen Titel und seinen Klappentext gestolpert bin, packte mich die pure Euphorie und ich habe sofort auf bestellen geklickt ohne weiter nachzudenken. Da die deutsche Übersetzung erst im April diesen Jahres erscheint, gab es das Ganze dann sogar noch in der englischen Originalfassung! Worum geht's?

In diesem Buch wird eine Insel beschrieben, auf die sämtliche Bösewichte der Disney-Geschichte verbannt wurden - während "Die Guten" fröhlich in Auradon auf dem Festland vor sich hin Happy-Enden. Finstere Königin des Ganzen: Natürlich Malefiz! Die Fiesewichte führen ein sehr tristes Dasein ohne Luxusgegenstände, königliche Titel oder gar ihre böse Magie. Es geht in dieser Geschichte aber nicht um sie, sondern um ihre Kinder. Den wichtigsten Kreis bilden dabei Mal (die Tochter von Malefiz), Jay (Sohn von Jafar), Carlos (Sohn von Cruella) und Evie (Tochter der bösen Königin). Sie bestreiten den ganz normalen Schulalltag, mit zugegeben etwas außergewöhnlichen Fächern, spielen Streiche, planen Parties, gehen auf die Suche nach magischen Zeptern und versuchen die Weltherrschaft an sich zu reißen - was man eben so macht.

Für einen eingefleischten Disney-Fan ist die Charakterzeichnung natürlich besonders interessant. Toll gemacht fand ich den totalen Verfall der altbekannten Bösewichte: Jafar ist ein leicht verwirrter Kleptomane geworden und Malefiz kann sich für nichts begeistern als Hohn und Demütigung anderer. Ihre Kinder sind da ganz anders, irgendwie unverbrauchter und aus dem Grund verliert das Buch für mich eine Menge Charme! Es tendiert so in eine "Jeder kann dem Bösen widerstehen und ein Happy-End-Leben führen" - Richtung, die mir dann zu sehr in die Sparte "kitschiges Jugendbuch" abdriftet. Die geläuterten Handlungen der Jugendlichen sind vorhersehbar und dem Plot fehlt es an Tiefe. Als ich danach den Film vom DisneyChannel (die direkte Fortsetzung der Ereignisse im Buch) gesehen habe, war mir sofort alles klar. Plastikpopmusik, gestelzte Tanzeinlagen und die klassische Cinderella-Story (Wie ironisch!). Das Buch war dann wohl nur ein Magnet für uns Leseratten und die eigentliche Vermarktungsstrategie kam dann mit dem Film. Leider gar nichts für mich - einen Trostpunkt gibt es für die Disneylizenz und die wirklich coolen Eltern der Protagonisten, die mir leider viel zu selten vorkamen.

Aber vielleicht werde ich auch einfach alt...
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Melissa De La Cruz: "The Isle of the Lost - A Descendants Novel". Erschienen am 2. Juli 2015 im Parragon Verlag. Kostenpunkt: 13,95€ als Taschenbuch.

Lisa Sonnenschein
Sooo, hier haben wir den von mir lang erwarteten zweiten Teil der "Überlebenden" von Alexandra Bracken. Leider war ich gar nicht mal so begeistert davon =(


Achtung wenn ihr den ersten Teil noch nicht kennt (und ihn vielleicht noch lesen wollt...!) - ich sage zwar nicht mehr zum Inhalt, als im Klappentext erwähnt wird, aber das wird schon reichen.
Wir befinden uns im direkten Anschluss an den ersten Teil. Ruby musste sich, um ihren Liebsten Liam zu retten, der Children's League anschließen und ihre Fähigkeiten zur Gedankenmanipulation zum Kampf gegen die Regierung einsetzen. Dann findet sie allerdings heraus, dass Liam immer noch da draußen ist und die League ihn unbedingt fassen will - denn er trägt geheime Informationen mit sich herum. Ruby entschließt sich, ihm zu Hilfe zu eilen, denn immer noch ist sie bedingungslos in ihn verliebt.
Dieses Buch fand ich leider (im Gegensatz zum ersten Teil, der mich ja total begeistert hat!), mehr als flach. Die ganze "Wir-müssen-um-unser-nacktes-Überleben-in-der-Wildnis-kämpfen" - Romantik ist rausgenommen, Ruby ist absolut verflochten mit der League und hat sich auch charakterlich total verändert. Sie hat gelernt ihre Fähigkeiten für den Kampf einzusetzen (diese willentliche Manipulation passt aber so gar nicht zu ihr! Irgendwie hat sie sich als Charakter ein wenig verloren...) und ist sogar die Leiterin ihres Teams. Das ist allerdings supertoll, besteht aus sehr sympathischen Personen und ich war in der Konstellation wirklich sehr gerne unterwegs.

Das zweite Werk hier hat so seine Höhen und Tiefen - dieses Mal hat mich die Liebesgeschichte ziemlich genervt - ganz im Gegensatz zum ersten Teil - und das ganze Hin und Her zwischen den beiden, der League und den fiesen Machenschaften in ihrem Inneren haben mich nicht so richtig überzeugt...
Leider hat mich dieses Buch ziemlich abgeschreckt, ich werde mir den dritten trotzdem bei Gelegenheit mal anschauen, die Hoffnung stirbt zuletzt^^!
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Alexandra Bracken: "Furchtlose Liebe - Die Überlebenden". Erschienen am 16. Februar 2015 im Goldmann Verlag. Kostenpunkt: 12,99€ (broschiert).
Lisa Sonnenschein
Die Fortsetzung der Buchreihe von Kresley Cole hat mich überraschenderweise dann doch mehr gepackt, als der erste Teil: Es hat sich doch gelohnt, dem Ganzen eine zweite Chance zu geben!


Huiuiui, wo fang' ich an?!
Die Geschichte knüpft nahtlos an den ersten Teil an - Evie hat ihre Kräfte also mittlerweile für sich entdeckt und den ersten "Spielzug" gemacht, indem sie die Karte des Alchimisten beseitigt hat. In diesem Teil nimmt sie allgemein ihre Kräfte, die sie im ersten Buch noch als angsteinflößend empfindet, für sich an und entwickelt sich generell zu einer viel stärkeren Persönlichkeit, als ich befürchtet hatte ;)! Irgendwie schafft sie es trotzdem immer, mehr oder minder "aus Versehen" zu töten und das Spiel voranzutreiben - sie ist also keine blutrünstige Wilde, entwickelt sich aber dennoch zu einer "Herrscherin", leitet ihre Gruppe an und weiß sich zu helfen. Sie selbst bleibt sie dennoch, denn bis zuletzt sucht sie eine friedliche Lösung und möchte einen großen Waffenstillstand ins Leben rufen, den es so in der Geschichte des Spiels noch nie gegeben hat.
Schön finde ich auch, dass man in diesem Buch das "Spiel" an sich, die einzelnen Teilnehmer und ihre Bündnisse viel besser kennenlernt und einen Einblick in die Welt dieser Tarotkarten bekommt. Die Beziehung der Spieler zum Tod (dem gruseligen Obermotz) ist dabei supergut umgesetzt und obwohl er ja eigentlich die ganze Zeit als finsterer Herrscher der finsternen Finsternis dargestellt wurde, stellt sich heraus, dass er auch irgendwie nur menschlich ist...

Das Buch gefällt mir einfach ungleich besser, als der erste Teil!! Ich bin wirklich froh, mich nochmal darauf eingelassen zu haben, denn nachdem man sich in diese ganze doch recht kitschig anmutende Szenerie von Tarotkarten, Magie und verliebten Jugendlichen eingefunden hat, konnte ich mich ganz persönlich viel besser auf den weiteren Storyverlauf einlassen. NATÜRLICH endet der wieder mit einem Cliffhanger - für mich eher unerheblich, denn ich werde mich an den dritten Teil definitiv auch wieder heranwagen ;).
Spannende Abenteuerlektüre für Vor-dem-Schlafengehen!
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Kresley Cole: "Poison Princess - der Herr der Ewigkeit". Erschienen am 09. Februar 2015 im cbt Verlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Bis vor Kurzen wusste ich gar nicht, dass es sowas überhaupt gibt.
Wer hat mich aufgeklärt? Natürlich die liebe Nicky!
Und sie hat sich eine super Aktion ausgedacht - zur Anregung, Inspiration und einfach nur so zum Spaß haben wir über ihren Kanal die ersten Kapitel verschiedener Bücher vorgelesen.
Ich durfte mich über "Maggie und die Stadt der Diebe" von Patrick Hertweck freuen. Warum freuen? Weil der gute Mann in meiner neuesten Wahlheimat lebt - in Freiburg. Das hat das Lesevergnügen gleich noch weiter gesteigert ;)


Einen link zu den anderen Vorleseaktionen (Nickys youtube-Kanal) findet ihr hier:

https://www.youtube.com/channel/UCyzCGvaobt6CCCCcs8WaVYg/videos

Vorgelesen wurden noch: "Die Chroniken der Erbinnen" von Nicole Kiesow, "Morgentau" von Jennifer Wolf und "Another Day in Paradise" von Laura Newman.
Ich muss sagen, ich finde die Idee wirklich ganz wunderbar und es hat großen Spaß gemacht, aus dem Buch vorzulesen (ist für mich ja eine Premiere^^). Ich bin supergespannt auf den Rest des Buches, den ich mir ganz bald zu Gemüte führen werde.

Vielen lieben Dank Patrick Hertweck für die Unterstützung und dass ich aus Deinem Buch vorlesen durfte!
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Patrick Hertweck: "Maggie und die Stadt der Diebe. Erschienen am 13. Juli 2015 im Thienemann Verlag. Kostenpunkt: 14,99€ als Hardcover

Lisa Sonnenschein
Hier mal wieder ein Buch, das mir einfach so über den Weg gehüpft ist (ich erwische ja gerne mal den ein oder anderen Außenseiter^^). Es ist der zweite Teil einer Buchreihe, deren Anfang schon nicht ganz einfach für mich war!


Der zweite Teil dieser Buchreihe knüpft in der Geschichte nahtlos an den ersten Teil an, wird aber in seiner Atmosphäre noch etwas düüüüüsterer und gruseliger *hehe*. Das entspricht ja eigentlich meinem optimalen Lesegefühl, leider finde ich den Schreibstil immer noch etwas zu überladen, um wirklich ein tolles Leseerlebnis zu haben. Aber fangen wir mal vorne an:

Corajidin ist also NICHT an die Macht gelangt, seine körperlichen Gebrechen schreiten aber trotzdem immer weiter voran und bald wird jeder Schritt für ihn schmerzvoll. Er sieht sich im Zugzwang und lässt sich aus diesem Grund auf ein Bündnis mit den Hexen und Hexern des Ostens ein (wirklich ziiieeemlich unangenehme Gesellen!), die ihm zwar "medizinische" Hilfe zusichern, jedoch auch einen hohen Preis dafür fordern.
Indris und seine Freunde stehen natürlich erneut für die Gerechtigkeit ein, allerdings haben sie auch so ihre Probleme, sich gegen die dunklen Magier, uralte Mumien und schwarzgekleideten Assassinen durchzusetzen. Es wird wieder spannend!

Ich hatte beim Lesen wie auch im ersten Teil so Höhe- und Tiefpunkte. Irgendwie war das immer wie mit einem Engelchen und einem Teufelchen auf der Schulter - der eine schrie "Jetzt wird's spannend!! Maaaann, lies weiter!" und der andere meinte nur "Uff, jetzt zieht sich das wieder wie Kaugummi.". Für mich war das eher unangenehm. Ich hatte die Hoffnung, mich nach dem ersten Teil endgültig in das Barnes-Megauniversum eingefunden zu haben, leider schien mir auch im zweiten Teil der Hintergrund noch recht überfrachtet und ich hatte das Gefühl, nie so richtig reinzukommen.
Alles in Allem hat Mark Barnes sicherlich ein riesiges Universum geschaffen, das seinesgleichen sucht (ich möchte nochmal auf mein Tolkien-Leseerlebnis verweisen), aber so richtig gepackt hat es mich nach dem zweiten Teil nicht. Der dritte steht darum wohl auf meiner Liste zu besorgender Bücher ziemlich weit unten - vielleicht begegnet man sich aber ja trotzdem mal wieder ;)!
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Mark Barnes: "Das schwarze Herz". Erschienen am 17. November 2014 im Blanvalet Taschenbuch Verlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Hier haben wir meinen allerersten Dystopie-Roman. Sowas habe ich tatsächlich noch nie in der Hand gehabt =)


Zur Handlung: Aus dem Nichts heraus sterben die Kinder in Rubys Umfeld. Ein mysteriöses Virus rafft sie einfach dahin und bald ist Rubys ganze Klasse bis auf sie völlig leer. Es stellt sich heraus: Ein Virus befällt Kinder eines ganz speziellen Alters und die Überlebenden haben ganz besondere Fähigkeiten. Der Staat reagiert, erklärt diese Kinder als gefährlich und pfercht sie in Lagern zusammen - sortiert nach ihren Fähigkeiten bzw. Farben, die dafür stehen. Das superschüchterne Mädchen Ruby fügt sich ein und lebt in ständiger Angst, von den brutalen Wachmännern für Nichtigkeiten bestraft zu werden. Bis sich ihr die Möglichkeit zur Flucht bietet...

Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich mit der Protagonistin warm geworden bin. Am Anfang der Geschichte ist sie doch sehr unterwürfig und ergibt sich total in ihre Situation. In der Tat stolpert sie dann ganz ohne eigenes Zutun in die Freiheit und lernt erst ziemlich spät das Kämpfen für sich selbst und andere. Dann allerdings hat es mich total gepackt und ich habe mit ihr und besonders mit all den anderen supertollen Charakteren mitgelitten! Der innere Kreis, den man dann nachher auch Rubys Freunde nennen darf, besteht dabei aus drei völlig verschiedenen Menschen, die aber alle ihren Charme haben und besonders einer hat es mir dabei besonders angetan. Die Geschichte hatte dabei das richtige Maß an Action und ruhigen Minuten und hat mich an so mancher Stelle mit Überraschungen wirklich eiskalt erwischt ;)!
Kritik? Was ist das für ein Ende?! Nachdem die Geschichte schon komplett abgeschlossen war und mein lesendes Ich so "Aaaaw, was für ein tolles Happy End!"- mäßig im Bett saß, brach auf 15 Seiten nochmal die ganze Welt zusammen und das Buch endet mit dem Cliffhanger des Verderbens. Wie ihr ja wisst, wurmt mich das zwar tierisch, aber es klappt trotzdem irgendwie... Darum in Bälde auch der zweite Teil als Rezension bei mir ;)!
Mein Fazit: Ein spannender Roman mit dem richtigen Maß an (angemessener! Schließlich ist eine halbe Generation gestorben!) Niedergeschlagenheit und Abenteuer, der mich wirklich mitgenommen hat =)
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Alexandra Bracken: "Die Überlebenden". Erschienen am 18. August 2014 im Goldmann Verlag. Kostenpunkt: 12,99 € als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Hier folgt dann sogleich das zweite Exemplar meiner Rezensionsexemplare. Auch dieses Werk ist ein Fantasyroman - allerdings ist er so ganz anders als die Echos der Vergangenheit...


Hier habe ich einen wunderbar geschriebenen (wirklich, Torsten Fink hat einen sehr schönen Schreibstil!) Fantasy-Roman gefunden, dessen Autor mir sicherlich noch öfter begegnen wird!

Und zwar geht es um die Familie von Vil. Sein Vater ist aus der Ferne zugezogen und hat sich zusammen mit seiner Mutter ein blühendes Geschäft und eine hohe gesellschaftliche Stellung erarbeitet. Durch die Intrigen einiger Neider fällt die Familie dann allerdings tief und verliert wirklich ALLES. Vil wird mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern zu "Vergessenen" erklärt, ihr Name wird aus dem Stadtbuch getilgt und sie müssen in den (wirklich gruseligen) Katakomben unterhalb der Stadt leben, sehen sich mit Menschenräubern, -fressern und im besten Fall Betrügern konfrontiert. Vil lernt das Überleben und beschließt, blutige Rache zu nehmen.

Und das nimmt einen wirklich mit! Obwohl der Roman aus der Sicht mehrerer Charaktere geschrieben wurde, fieberte ich total mit Vil mit, der zu Beginn wirklich um sein nacktes Überleben kämpft und dem immer wieder himmelschreiendes Unrecht zuteil wird. Der Storystrang ist dabei gut aufgebaut und ich habe mich an keiner Stelle nach dem Motto "Uff, passiert jetzt mal wieder was?!" ertappt. Auch sehr angenehm finde ich, dass Vil keine übermenschlichen, magischen, mystischen Fähigkeiten hat. Er ist einfach nur ein Junge, der versucht, aus diesem Sumpf wieder herauszukommen, in den ihn andere geschubst haben und dadurch konnte ich mich sehr gut mit ihm identifizieren. Der Schreibstil des Buches ist dabei leicht und flüssig, ohne aber flach zu sein (worunter ja dann oft auch die Charakterzeichnung leidet). Auch die verschiedenen Blickwinkel auf die Geschichte nehmen keine Überraschungen vorweg und die Wendungen im Buch habe ich absolut nicht kommen sehen - wer mich kennt weiß: Das ist eines meiner wichtigsten Kriterien für ein gutes Buch!


Kurzum: Ein absolut gelungener Roman mit für mich genau dem richtigen Maß an Action und Spannung aber auch Atmosphäre und Tiefgang sowie Vielfalt (z.B. gesellschaftliche Klassen und Gilden), toll zu lesen und für mich definitiv den Blick in die Fortsetzung(en) wert!
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Torsten Fink: "Der Prinz der Rache". Erschienen am 20. Januar 2014 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 15 € (broschiert)
Lisa Sonnenschein
Und hier ist es: Mein erstes eigenes Rezensionsexemplar! =) Ich habe mir einen politisch angehauchten Fantasyroman von einem australischen Schriftsteller ausgesucht und hier ist das Ergebnis:


Der Roman von Mark Barnes (ein australischer Fantasy-Autor) ist zu Beginn ziemlich speziell. Das Einlesen fiel mir hier ziemlich schwer, Barnes hat in seinem Buch ein gigantisches Fantasy-Universum aufgebaut und erklärt in einem ziemlich flotten Tempo seine Rassen, Strukturen, Gebiete, Städte und Zusammenhänge von Herrscherhäusern, um dem Leser einen Einstieg zu geben.

Aber ich fange mal vorne an.

"Echos der Vergangenheit" ist aus der Sicht verschiedener Charaktere in der Geschichte geschrieben. Den größten Teil macht dabei Indris aus - er ist ein Kriegsmagier, der sich allerdings am liebsten aus Allem heraushalten würde. Leider sieht er sich in eine große politische Affäre verstrickt - wir reden hier vom Mord am höchsten Regierungsmitglied und einer Machtübernahme im Anschluss. Gleichzeitig werden politische Protagonisten verschleppt und gefangen gehalten. Kurzum, ich bin in eine Welt voller Intrigen und Verrat gestolpert und war erstmal total überfordert ("Moment, ist das jetzt dieses Löwenwesen, von dem er da redet?" "Welches Amt war nochmal ein Rahn?" "Warum bringt er jetzt diesen Schöpfungsmythos ein?"). In der Tat lebt man sich aber in das Universum nach den ersten 100, 150 Seiten ein und dann ist es wirklich atemberaubend!

Die Kämpfe, die so völlig anders als gewohnt NICHT mit Schwert und Bogen ablaufen, haben mich am meisten mitgerissen (ich bin nicht so der Politik-Rhetorik-Taktik-Mensch, wenn es denn so tiefgehend ist wie hier) und spätestens als sich eine Gruppe (supercooler!!) Charaktere in einer gruseligen Sumpflandschaft voller ekliger Kreaturen wiederfindet, hat mich die Story richtig mitgenommen. Ich würde das Ganze jetzt mal mit meinem Tolkien-Leseerlebnis vergleichen. An manchen Stellen ist mir die Mission "Ich baue jetzt mal weiter an der Beschaffenheit meiner Welt" mit einer Fantastilliarde Beschreibungen von Datails gegenüber dem "Hier geht die Story weiter und es wird wild geschnetzelt!" ein bisschen zu sehr im Vordergrund und es wird mir zu trocken. An den zweiteren Stellen wird man allerdings so begeistert mitgerissen, dass das alles wieder rausholt und man das Buch doch komplett verschlingt.

Übrigens wüsste ich gerne mal wer Übersetzung und Lektorat gemacht hat - in diesem Buch finden sich einige Fehler, die einfach nicht nötig wären! Ebenfalls völlig unpassend finde ich den Klappentext (müsste ebenso nicht sein!), der Begriff "Hochkönig" fällt beispielsweise nicht einmal in dem Buch und die beiden genannten Charaktere waren auch KEINE besten Freunde.

WENN man sich also darauf einlässt, bietet der Roman ein riiieeesiges neues Fantasy-Universum mit soooo viel Potenzial für mehr (Anmerkung: Auf der letzen Seite des Buches steht sinngemäß "mehr in Arbeit" - das lässt hoffen^^). Aber vorsicht: Das ist auf keinen Fall was für den Tag am Strand. Hier trifft ein vielschichtiger Schreibstil auf eine penibel erarbeitete Gedankenwelt.
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Mark Barnes: "Echos der Vergangenheit". Erschienen am 21. April 2014 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 9,99 € (broschiert)
Lisa Sonnenschein
Das gute Stück hier habe ich auf einer 10-stündigen Fahrt im Fernbus verschlungen. Verschlungen deshalb, weil es so gut war? Hmm...



Evangeline hat eben noch ihren Geburtstag gefeiert und am nächsten Tag sind alle ihre Freunde und auch ihr Freund tot. Auf der Welt hat "Der Blitz" eingeschlagen und alle Menschen, die sich nicht gerade zufällig in Deckung befanden, hat es dahingerafft. Der Rest ist auf der Suche nach Lebensmitteln und besonders: Wasser! Denn alle Gewässer sind verdunstet und es wird sehr lange nicht regnen...
Durch einen Zufall gerät Evie ausgerechnet an den neuen Schüler an ihrer Schüler - den Rebellen Jack, der sie beschützen kann und mit dem sie auf der Flucht vor bluttrinkenden Zombies, Rebellenarmeen und noch so einigen anderen widrigen Umständen viel Zeit verbringt.
Das Buch könnte an dieser Stelle eine coole Abenteuergeschichte mit Endzeit-Einschlag sein, allerdings kommt noch etwas hinzu: Die Katastrophe hier ist kein Zufall und Evie befindet sich in einem "Spiel" mit anderen Jugendlichen, die nicht nur überlebt haben, sondern auch noch ganz spezielle Fähigkeiten haben - genau wie sie!

Ich möchte doch kurz was zum Cover sagen - ich WEISS wirklich nicht, warum die ganze Welt im Moment nur Bücher und besonders Jugendbücher rausbringt, die ein UNGLAUBLICH kitschiges Cover haben! Keine Ahnung... Vielleicht liegt es auch daran, dass ich einfach nichts für fotografierte Menschen darauf übrig habe, aber hier ist es mir wieder besonders aufgefallen.
Als ich das Buch gelesen habe, habe ich mich -natürlich!- über die Liebesgeschichte darin aufgeregt (und auch ein bisschen lustig gemacht *gnehehe*). Auch diese ganze "Spiel, Tarotkarten, magische Fähigkeiten"-Kiste las sich anfangs wie 
"Ohhh Gott, noch ein Jugendbuch, in dem ein junges Mädchen versucht, mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten klarzukommen...!" und in der Tat ist der Handlungsablauf in dem Buch auch dahingehend ziemlich klar ersichtlich, den Schreibstil würde ich als schlicht beschreiben (Jugendbuch eben) und der klassische Cliffhanger am Ende des ersten Teils ist auch vorhanden - lästig.
ABER - die Spannung in dem Buch ist ziemlich mitreißend! Es wird nicht langweilig und ich war froh, dass ich es an einem Stück gelesen habe, denn es ist schwierig, das Buch aus der Hand zu legen - irgendwie gibt es keine Stelle, an der es mich nicht doch interessiert hat, wie es weitergeht. Und was ich auch sagen muss: Obwohl ich den ersten Teil nicht so berauschend fand, habe ich den zweiten auch noch gelesen (Ja verdammt, Cliffhanger funktionieren bei mir ziemlich gut) und der war einfach um LÄNGEN besser!
Ich habe mich also dazu entschieden, über die negativen Aspekte des ersten Buches hinwegzuschauen, um mich auf eine tolle Buchreihe einzulassen, in die man wohl erst reinkommen muss^^ Unterhaltsame Buslektüre auf jeden Fall!
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Kresley Cole: "Poison Princess". Erschienen am 12. Mai 2014 im cbt Kinder- und Jugendbuchverlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Auch dieses Buch ist mir schon vor einiger Zeit in die Hände gefallen. Eine Spätzünder-Rezension folgt jetzt pünktlich zum Erscheinen des zweiten Teils (den ich ehrlich gesagt so gar nicht auf dem Schirm hatte!)


Die (sehr sympathische) Protagonistin dieses Buches ist Kim. Kim hat gerade einen Punkt in ihrem Leben erreicht, in dem sie einfach wunschlos glücklich ist. Leider wird sie promt an diesem Abend erschlagen und findet sich im Jenseits wieder. Angelehnt an den buddhistischen Glauben (diesen allerdings nicht ganz ernstnehmend) muss Kim sich jetzt - beginnend als Ameise - auf der Leiter der Wiedergeburten wieder ganz nach oben kämpfen und entdeckt dabei, dass sie irgendwie so gar nicht das perfekte Leben hatte, von dem sie immer ausgegangen ist... Dazu kommt noch, dass ihr Mann sein Leben natürlich weiterlebt und die Eifersucht ist Kims stetiger Begleiter bei ihrem Kampf ums gute Karma.

Das Buch ist einfach in einem herrlich spritzigen Stil und mit viel Humor verfasst worden. Kim sieht erstmal so gar nicht ein, dass ihr Leben ein Ende genommen hat und warum sie angeblich so viel "Mieses Karma" gesammelt haben soll. Die Misere wird ihr dann allerdings im Laufe ihrer Leben ziemlich deutlich gemacht, denn sie wird stets in der Nähe ihres alten Lebensumfeldes wiedergeboren. Es gibt nicht viele namhafte Nebencharaktere, aber darum geht es in diesem Buch auch gar nicht. Ich will das Wort "Selbstfindungstrip" eigentlich vermeiden, aber genau der ist es - und genau den hat Kim auch ohne es zu wissen ganz bitter nötig.
Eine absolute Empfehlung gibt es dafür von mir - ein super Humor (genau die richtige Mischung aus "bitterböse" und "herrlich naiv") und eine tolle Protagonistin. Dazu immer wieder die Frage vom Leser "Als was wird sie wohl als nächstes wiedergeboren?".
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David Safier: "Mieses Karma". Erschienen am 2. Mai 2008 im Rowohlt Verlag. Kostenpunkt: 8,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Mal wieder ein Lesetipp der guten Nicky. Ein grandioser, wie sich herausstellte!


Tess ist eine edle Dame von Stand und weiß sich bei Hofe zu benehmen und sicher zu bewegen - schließlich ist sie die Thronfolgerin! Dachte sie...
Kurz vor ihrer Hochzeit mit einem Mann, den sie noch nie getroffen hat, bricht ihre ganze Welt zusammen, denn Tess ist gar nicht die richtige Thronfolgerin, sondern ein Adoptivkind. Die wahre Prinzessin ist fernab jeglicher Attentatsversuche - für deren Fall Tess präzise trainiert wurde - in Abgeschiedenheit aufgewachsen. Für Tess beginnt eine Hetzjagd und ein Wettlauf mit der Zeit. Sie muss das Mädchen finden, bevor es die Mörder des Königspaares tun und das Königreich - ihr Königreich - übernehmen können.

Die Geschichte an sich ist schon superspannend geschrieben und lässt einen mit Tess und ihren Unterstützern mitfiebern! Noch dazu kommt eine sehr liebevolle Charakterzeichnung - Tess verliert erst sehr spät die ihr eigene Hochnäsigkeit (schließlich ist sie bei Hofe aufgewachsen!) und trotz ihrer Ausbildung im Falle eines Attentates wirkt sie zu Beginn noch sehr unbeholfen, man merkt, dass sie nie damit gerechnet hätte, ihre Fähigkeiten einmal einsetzen zu müssen.
An dieser Stelle hätte das Buch ein Abenteuer-Fantasyroman bleiben können. Aaaaber es kommt noch eine Komponente hinzu: Das Spiel. Tess hat eine Art übernatürlicher Fähigkeiten - man kann es fast magisch nennen. Dass dieser Aspekt noch mit reinkam, fand ich fast schade, denn das hatte der Roman gar nicht nötig (ich spiele dabei auf das aktuelle Überangebot an pseudo-mystischen "Junges-Mädchen-entdeckt-dass-sie-plötzlich-übernatürliche-Fähigkeiten-hat"-Romane an). 
Trotz dessen fand ich das Buch wirklich gelungen und bin absolut in der Welt von Dawn Cook versunken. Ein toller Schreibstil, eine coole Fantasywelt und ein unterhaltsamer, kurzweiliger Roman.
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Dawn Cook: "Die Tochter der Königin. Erschienen 2010 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 9,95€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Sohoo - hier mal ein Buch, das ich schon vor einiger Zeit gelesen habe und bei dem eine Rezension längst ausstand. Das vielgerühmte Abenteuer um den Hundertjährigen, der an seinem Geburtstag einfach mal aus dem Fenster stieg und verschwand...



Hier geht es um Alan. Alan ist ein sehr rüstiger alter Mann, der auf das Altsein eigentlich noch so gar keine Lust hat. An seinem einhundertsten Geburtstag steigt er darum kurzerhand in seinen Schlappen aus dem Fenster und macht sich auf den Weg. Wohin? Keine Ahnung. Erstmal an den Bahnhof. Dort begegnet er einem jungen Mann, der ihn darum bittet, kurz auf seinen Koffer aufzupassen. Weil aber Alan seinen Bus nach irgendwohin erwischen muss, nimmt er den Koffer kurzerhand mit. Und ist kurz darauf steinreich.

Das Buch war für mich ein bisschen arg abstrus. Alan begeht bei seinem "Spaziergang" aus Versehen einen Diebstahl, ist in mehrere Todesfälle verwickelt (einen davon verursacht er sogar selbst) und nimmt auch ansonsten das Leben ziemlich locker. Was beim Leser wohl als schwarzhumoriger Klamauk oder sogar spritziger Humor ankommen sollte, fand ich einfach nur geschmacklos. Allein die Konstellation der Personen, die Alan nachher begleiten, ist einfach nur... merkwürdig...
Eine "schöne Frau" mit ihrem Elefanten (!), ein Imbissbudenbesitzer und ein nicht wesentlich jüngerer Dieb, als Alan es ist bilden den festen Kern. Sie werden von einem Polizisten sowie einer kriminellen Bande verfolgt und entkommen stets auf die ungewöhnlichste Art und Weise. Dabei erfährt man so allerhand über Alans Vergangenheit und ein erhobener Zeigefinger ala "Damit man in diesem Buch auch brav was über Geschichte lernt, obwohl man gar kein Interesse daran hat!" drängt sich unwillkürlich ins Bild.
Mir hat das Buch nicht viel gegeben - ich fand die fiesen Kommentare und die Gleichgültigkeit, mit der Alan allem gegenübersteht einfach zutiefst geschmacklos und obwohl der gute Herr Jonasson zweifelsohne einen guten Schreibstil haben könnte, erscheint er mir in diesem Buch absolut unpassend. Ich kann nicht ganz verstehen, warum es dieses Buch so weit geschafft hat...
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Jonas Jonasson: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Erschienen am 29. August 2011 bei carl's books. Kostenpunkt: 14,99€ (broschiert)

Lisa Sonnenschein
Und wieder habe ich mich an Nickys Bücherregal bedient - diesmal gab's den ersten Teil der Mythos-Academy-Reihe, "Frostkuss".



Also erstmal: Die Protagonistin heißt Gwen Frost. Warum das Cover aber so frostig gestaltet ist und das Buch ausgerechnet "Frostkuss" heißt, erschließt sich mir nicht so ganz. Gwen ist nämlich eigentlich ein sehr warmherziger und fairer Charakter mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn - leider ist sie an ihrer Schule auch ein ziemlicher Außenseiter und sehr schüchtern (bzw. sie will mit den Leuten dort einfach nichts zu tun haben...?). Sie hat die "Gabe" bei Berührung die Gedanken oder vielmehr die Gefühle anderer Menschen zu spüren. Das hilft bei kleinen Gelegenheitsjobs, wie dem Finden verlorener Gegenstände. Allerdings ist ihre Schule nicht zu dazu gedacht, ihre Fähigkeiten auszubilden - es gibt auch eine "höhere Mission" der Schüler, von der Gwen aber erstmal nichts ahnt.

Wieder haben wir hier ein Jugendbuch. Was bedeutet das? Klaaaar, es muss eine Liebesgeschichte geben *seufz*. Gott sei Dank kommt die aber erst ziemlich zum Schluss des Buches zum Tragen - dafür ist sie angemessen kitschig^^. Gwen gefällt mir in der Charakterzeichnung sehr gut, sie macht eine spürbare Entwicklung durch und wird zum Ende hin sehr mutig, obwohl sie nicht kämpfen oder sich besonders gut selbst verteidigen kann - ich führe das auch ein bisschen darauf zurück, dass sie wider ihres eigenen Erwartens an der Schule einige Freunde  findet, die sie und ihre Gabe zu schätzen wissen.
Die Handlung ist schon fast ein bisschen Kriminalroman-mäßig aufgezogen, das hat mich in meinem Lesefluss total bestärkt, weil es keinen Punkt gab, an dem man sich nicht gedacht hätte "Jetzt geh doch mal der Spur nach!" - man konnte ein bisschen miträtseln und sowieso mangelte es diesem Buch an Spannung nicht.
Aaaaaallerdings: Das Setting kam einem doch etwas bekannt vor. Harry Potter gepaart mit Percy Jackson? Eine Schule voller "begabter" Jugendlicher unterschiedlicher mythischer Herkünfte, die lernen sollen, ihre Fähigkeiten richtig zu beherrschen? Schade auch: Was ist zum Beispiel mit den keltischen Jugendlichen - so richtig beschrieben werden nur Walküren und Spartaner... Und genau die beiden spielen dann auch neben Gwen die Hauptrolle. Daphne und Logan haben mir wieder sehr gut gefallen, weil sie einfach so eine Hassliebe hervorrufen. Irgendwie wusste ich nicht genau, ob ich es nun gut fand, dass Gwen von ihnen unterstützt wird, oder schlecht (gegen Ende des Buches habe ich mich dann allerdings für gut entschieden^^).
Dieses Buch hat mich sehr zwiegespalten. Irgendwie wollte ich mehr - mehr Informationen über die Schule und die Welt, in der sich Gwen befindet, mehr coole Charaktere mit denen man mitfiebern kann, mehr spannende Situationen, in denen sie sich wiederfinden und andererseits hätte man das Buch auch wirklich noch zusammenkürzen können, weil einfach in der Geschichte nicht viel Entwicklung da ist. 
Und jetzt fragt mich mal, ob ich das Buch weiterempfehlen würde! Uff. Einerseits ja (!) und andererseits...
Der zweite Teil liegt hier - ich habe beschlossen meine Entscheidung zu vertagen und ganz erwartungs- und vorurteilsfrei an die Sache heranzugehen. Wünscht mir Glück! =)
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Jennifer Estep: "Frostkuss - Mythos Academy I" Erschienen am 12. März 2012 im ivi Verlag. Kostenpunkt: 14,99€ (broschiert)
Lisa Sonnenschein
Und wieder habe ich mich an Nickys Bücherregal bedient - diesmal landete ein Buch bei mir, von dessen Sorte ich wirklich noch nie gehört habe. Ich habe untypischerweise mit dem vierten Band angefangen, allerdings beginnt genau da ein neuer Storystrang, weshalb man wirklich nicht mitten in der Geschichte landet, sondern ohnehin als Leser mit neuen Charakteren durchstartet.



Im Buch geht es um Eadlyn, sie ist die Tochter des Königspaars, das über ein recht zerrüttetes Königreich herrscht. Zerrüttet darum, weil vor nicht allzu langer Zeit das Kastensystem dort abgeschafft wurde und daraus eine Menge Unruhen und sogar Aufstände entstanden sind. Ihre Eltern fragen Eadlyn, ob sie sich einem "Casting" unterziehen würde. Das haben die beiden auch schon sehr erfolgreich hinter sich - dabei geht es tatsächlich um die Auswahl des richtigen Partners für den Thronfolger ("Der Bachelor" für tatsächlich wichtige Leute^^). Eadlyn hat darauf allerdings so gar keine Lust, beugt sich aber dem Wunsch ihrer Eltern, um das Volk von politischen Unstimmigkeiten abzulenken. Allerdings geht sie auch entsprechend unmotiviert an die ganze Sache heran. Das wird ihrem Ruf als geeignete Thronfolgerin bald zum Verhängnis...

Die Geschichte ist sehr hübsch geschrieben - ganz toll fand ich die Charakterzeichnung! Die Charaktere sind soo verschieden, aber in jeden kann man sich hervorragend hineinversetzen und mit ihm mitfühlen. Das gilt besonders für die "Jungs", die zum Casting eingeladen werden. Die Liebesgeschichte steht bei dem Setting natürlich nicht aus. Abgesehen davon, dass ich davon ja ohnehin nicht so der Freund bin, hält es sich hier wirklich in Grenzen. Gut, natürlich kommt ihr der am nächsten, mit dem niemand für das Casting gerechnet hat und den sie natürlich nicht ausstehen kann - da haben wir das Klischee, das für die Story wohl irgendwie prädestiniert war... Trotzdem ist das Buch auch von der Geschichte her sehr liebevoll geschrieben und wenn man damit leben kann, dass ungefähr absehbar ist (auch nicht immer - ich will nicht gemein sein!) was passiert, dann ist man hier auf jeden Fall richtig. Eadlyn geht mir zwischenzeitlich mit ihrem Gehabe ein bisschen auf die Nerven, aber auch bei ihr konnte ich mich nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten schnell in den Charakter einfinden. Sie entwickelt sich auf jeden Fall absolut bemerkenswert und aus der hochnäsigen Rotzgöre wird nach einiger Zeit ein warmherziges Mädchen, dass es gut schafft, auf jeden Bewerber persönlich einzugehen. Ein unterhaltsames Buch, weitere Teile davon werde ich allerdings wohl erst einmal nicht lesen - dazu hat zu viel irgendwie nicht gepasst.
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Kiera Cass: "Selection - Die Kronprinzessin". Erschienen am 23. Juli 2015 im Fischer Verlag. Kostenpunkt: 16,99€ als Hardcover.

Lisa Sonnenschein
Dieses Buch ist ausnahmsweise mal nicht aus Nickys Bücherregal entführt, sondern war tatsächlich eine Errungenschaft vom Flohmarkt. Das gute Stück ist mir kurz vor meinem Flug in die Türkei in die Hände gefallen und weil auf der Rückseite "Eine Liebeserklärung an die Stadt Istanbul" stand, musste ich es einfach mitnehmen. ;)



In dem Buch geht es um Galip. Galip stellt eines Tages fest, dass seine Ehefrau und sein Cousin (gemeinsam?) verschwunden sind und begibt sich auf die Suche. Seiner Familie erzählt er etwas von der plötzlichen Krankheit seiner Frau und schafft sich so den Raum für seine "Ermittlungen".
Das ganze wird dann tatsächlich so ein bisschen Kriminalroman-mäßig aufgezogen und Galip entdeckt immer neue Hinweise auf den Verbleib seiner Frau.
Das Großartige an dem Buch ist allerdings die Beschreibung der Stadt Istanbul (Liebeserklärung und so, hm?). Der Protagonist verliert sich oft in den Gassen und beschreibt Plätze genau - es ist einfach ein tolles Erlebnis, sich dort wiederzufinden. Ich habe das Buch zu Beginn meines Auslandssemesters in Izmir angefangen und währenddessen immer mal wieder weitergelesen - ich muss sagen, so ein kleiner Einblick in die türkische Kultur ist da schon sinnvoll. Man erkennt sonst einfach viele Speisen oder Orte nicht. Für mich war es einfach großartig, die Stadt Istanbul noch einmal zu erleben, obwohl ich schon gar nicht mehr da war...!
Der Schreibstil von Orhan Pamuk ist nicht ganz einfach und die Atmosphäre im Buch ist ziemlich düster und nimmt einen sehr mit. Außerdem bringt er die Konflikte zwischen westlich-moderner und alteingesessen-traditioneller Türkei, die auch ich dort sehr stark spüren konnte, durch symbolische Unterhaltungen und kleine Gleichnisse einfach fantastisch rüber. Das Buch ist auf keinen Fall etwas für den Strandkorb. Wer allerdings eine gewisse Verbindung zur Türkei hat und sich auf diesen detaillierten, tiefgehenden Schreibstil (mit gelegentlichen philosophischen Ausbrüchen) einlassen kann, ist hier absolut richtig! Klare Empfehlung auf jeden Fall von mir.
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Orhan Pamuk: "Das schwarze Buch". Erschienen am 10. Juni 2008 im Fischer Taschenbuch Verlag. Kostenpunkt: 10,95€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Hier gibt es das zweite Rezensionsvideo - diesmal ein bisschen spezieller zu Victoria Aveyards "Die Rote Königin". Das Buch kam ebenfalls von der guten Nicky und war eine Partnerrezension - ihrer Meinung konnte ich mich allerdings überwiegend anschließen ;)



Das Jugendbuch handelt von Mare. Mare ist ein junges Mädchen, das eigentlich dem "niederen" Teil der Gesellschaft angehört und als eigenschaftslose Rotblütige den Silbernen dienen muss, die mit ihren besonderen Fähigkeiten die Krone der Schöpfung bilden (wollen^^). Eines Tages entdeckt sie durch einen dummen Zufall aber, dass sie doch Eigenschaften hat, die sich nicht haben sollte und dann beginnt eine großangelegte Vertuschungsaktion der Silbernen, die ihre Macht in Gefahr sehen - denn wo kämen wir hin, wenn all die Roten sich auf einmal als etwas Besonderes sähen...?!

Ich habe das Buch in sehr kurzer Zeit lesen können - der Schreibstil ist locker-leicht und nicht sehr anspruchsvoll (Jugendbuch eben). Von der Geschichte hätte es mich mehr mitreißen können, ich habe viele der (zugegeben recht dramatischen Wendungen) kommen sehen und war nicht so überrumpelt, wie man vielleicht hätte sein können. Auch ist man als Leser doch sehr an Mare gekettet und erfährt leider nur sehr wenig vom Aufbau der Gesellschaft oder dem Ort, an dem sie sich befindet - sehr schade, weil das gänzlich neue Weltkonzept doch sehr dazu einlädt!
Trotzdem habe ich sehr gut mit Mare mitfühlen können und die Geschichte "mitgelebt". Die Charaktere sind schön gezeichnet und ich habe ihr Handeln samt und sonders sehr gut nachvollziehen können. Unterhaltsam ist das gute Stück also in jedem Fall. Ich empfehle das Buch als abendliche Vor-dem-Schlafen-gehen-Lektüre zum gemütlichen Einkuscheln oder für den Urlaub. Wer auf der Suche nach hohem Anspruch oder tiefgehenden Storylines ist, ist hier allerdings falsch.
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Victoria Aveyard: "Die Rote Königin". Erschienen am 28. Mai 2015 im Carlsen-Verlag. Kostenpunkt: 19,99€ als gebundene Ausgabe
Lisa Sonnenschein
Was mal gesagt werden muss: Vielen Dank liebe Nicky! Nicky hat mich als gute Freundin nach einem langen Leseloch wieder in die Welt der Bücher entführt. Wie? Mit ihren Videos. Denn Nicky betreibt eine Buchrezensions-Seite bei youtube und hat mich dort eingespannt. Mein allererstes Video von ihrem Kanal findet ihr hier:


Ich liebe, liebe, liebe die Kriminalromane von Andrea Camilleri! Als leicht Italienverrückte kann ich mich total gut in die Welt hineinleben, die er mit Komissario Montalbano - einem griesgrämigen, alteingesessenen Sizilianer - entstehen lässt. Die Fälle die Montalbano löst, sehen meist auf den ersten Blick recht trivial aus, stellen sich aber meistens im Nachhinein als unglaublich kompliziertes Geflecht von Taten heraus und es ging mir NOCH NIE in einem der Bücher so, dass ich den Fall vor Montalbano gelöst hätte.
Ich finde die Reihe einfach großartig und werde auch immer wieder Bücher von Camilleri kaufen - sie sind einfach unterhaltsam und tun genau das, was ein gutes Buch tun sollte: Sie lassen mich die Welt um mich herum total vergessen...


Wenn ihr Lust habt, lasst der guten NickyPaula ein Däumchen oder einen Kommentar da, sie freut sich immer wahnsinnig über Feedback und ist mit unglaublich viel Herzblut bei der Sache