Lisa Sonnenschein
Hier haben wir meinen allerersten Dystopie-Roman. Sowas habe ich tatsächlich noch nie in der Hand gehabt =)


Zur Handlung: Aus dem Nichts heraus sterben die Kinder in Rubys Umfeld. Ein mysteriöses Virus rafft sie einfach dahin und bald ist Rubys ganze Klasse bis auf sie völlig leer. Es stellt sich heraus: Ein Virus befällt Kinder eines ganz speziellen Alters und die Überlebenden haben ganz besondere Fähigkeiten. Der Staat reagiert, erklärt diese Kinder als gefährlich und pfercht sie in Lagern zusammen - sortiert nach ihren Fähigkeiten bzw. Farben, die dafür stehen. Das superschüchterne Mädchen Ruby fügt sich ein und lebt in ständiger Angst, von den brutalen Wachmännern für Nichtigkeiten bestraft zu werden. Bis sich ihr die Möglichkeit zur Flucht bietet...

Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich mit der Protagonistin warm geworden bin. Am Anfang der Geschichte ist sie doch sehr unterwürfig und ergibt sich total in ihre Situation. In der Tat stolpert sie dann ganz ohne eigenes Zutun in die Freiheit und lernt erst ziemlich spät das Kämpfen für sich selbst und andere. Dann allerdings hat es mich total gepackt und ich habe mit ihr und besonders mit all den anderen supertollen Charakteren mitgelitten! Der innere Kreis, den man dann nachher auch Rubys Freunde nennen darf, besteht dabei aus drei völlig verschiedenen Menschen, die aber alle ihren Charme haben und besonders einer hat es mir dabei besonders angetan. Die Geschichte hatte dabei das richtige Maß an Action und ruhigen Minuten und hat mich an so mancher Stelle mit Überraschungen wirklich eiskalt erwischt ;)!
Kritik? Was ist das für ein Ende?! Nachdem die Geschichte schon komplett abgeschlossen war und mein lesendes Ich so "Aaaaw, was für ein tolles Happy End!"- mäßig im Bett saß, brach auf 15 Seiten nochmal die ganze Welt zusammen und das Buch endet mit dem Cliffhanger des Verderbens. Wie ihr ja wisst, wurmt mich das zwar tierisch, aber es klappt trotzdem irgendwie... Darum in Bälde auch der zweite Teil als Rezension bei mir ;)!
Mein Fazit: Ein spannender Roman mit dem richtigen Maß an (angemessener! Schließlich ist eine halbe Generation gestorben!) Niedergeschlagenheit und Abenteuer, der mich wirklich mitgenommen hat =)
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Alexandra Bracken: "Die Überlebenden". Erschienen am 18. August 2014 im Goldmann Verlag. Kostenpunkt: 12,99 € als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Hier folgt dann sogleich das zweite Exemplar meiner Rezensionsexemplare. Auch dieses Werk ist ein Fantasyroman - allerdings ist er so ganz anders als die Echos der Vergangenheit...


Hier habe ich einen wunderbar geschriebenen (wirklich, Torsten Fink hat einen sehr schönen Schreibstil!) Fantasy-Roman gefunden, dessen Autor mir sicherlich noch öfter begegnen wird!

Und zwar geht es um die Familie von Vil. Sein Vater ist aus der Ferne zugezogen und hat sich zusammen mit seiner Mutter ein blühendes Geschäft und eine hohe gesellschaftliche Stellung erarbeitet. Durch die Intrigen einiger Neider fällt die Familie dann allerdings tief und verliert wirklich ALLES. Vil wird mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern zu "Vergessenen" erklärt, ihr Name wird aus dem Stadtbuch getilgt und sie müssen in den (wirklich gruseligen) Katakomben unterhalb der Stadt leben, sehen sich mit Menschenräubern, -fressern und im besten Fall Betrügern konfrontiert. Vil lernt das Überleben und beschließt, blutige Rache zu nehmen.

Und das nimmt einen wirklich mit! Obwohl der Roman aus der Sicht mehrerer Charaktere geschrieben wurde, fieberte ich total mit Vil mit, der zu Beginn wirklich um sein nacktes Überleben kämpft und dem immer wieder himmelschreiendes Unrecht zuteil wird. Der Storystrang ist dabei gut aufgebaut und ich habe mich an keiner Stelle nach dem Motto "Uff, passiert jetzt mal wieder was?!" ertappt. Auch sehr angenehm finde ich, dass Vil keine übermenschlichen, magischen, mystischen Fähigkeiten hat. Er ist einfach nur ein Junge, der versucht, aus diesem Sumpf wieder herauszukommen, in den ihn andere geschubst haben und dadurch konnte ich mich sehr gut mit ihm identifizieren. Der Schreibstil des Buches ist dabei leicht und flüssig, ohne aber flach zu sein (worunter ja dann oft auch die Charakterzeichnung leidet). Auch die verschiedenen Blickwinkel auf die Geschichte nehmen keine Überraschungen vorweg und die Wendungen im Buch habe ich absolut nicht kommen sehen - wer mich kennt weiß: Das ist eines meiner wichtigsten Kriterien für ein gutes Buch!


Kurzum: Ein absolut gelungener Roman mit für mich genau dem richtigen Maß an Action und Spannung aber auch Atmosphäre und Tiefgang sowie Vielfalt (z.B. gesellschaftliche Klassen und Gilden), toll zu lesen und für mich definitiv den Blick in die Fortsetzung(en) wert!
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Torsten Fink: "Der Prinz der Rache". Erschienen am 20. Januar 2014 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 15 € (broschiert)
Lisa Sonnenschein
Und hier ist es: Mein erstes eigenes Rezensionsexemplar! =) Ich habe mir einen politisch angehauchten Fantasyroman von einem australischen Schriftsteller ausgesucht und hier ist das Ergebnis:


Der Roman von Mark Barnes (ein australischer Fantasy-Autor) ist zu Beginn ziemlich speziell. Das Einlesen fiel mir hier ziemlich schwer, Barnes hat in seinem Buch ein gigantisches Fantasy-Universum aufgebaut und erklärt in einem ziemlich flotten Tempo seine Rassen, Strukturen, Gebiete, Städte und Zusammenhänge von Herrscherhäusern, um dem Leser einen Einstieg zu geben.

Aber ich fange mal vorne an.

"Echos der Vergangenheit" ist aus der Sicht verschiedener Charaktere in der Geschichte geschrieben. Den größten Teil macht dabei Indris aus - er ist ein Kriegsmagier, der sich allerdings am liebsten aus Allem heraushalten würde. Leider sieht er sich in eine große politische Affäre verstrickt - wir reden hier vom Mord am höchsten Regierungsmitglied und einer Machtübernahme im Anschluss. Gleichzeitig werden politische Protagonisten verschleppt und gefangen gehalten. Kurzum, ich bin in eine Welt voller Intrigen und Verrat gestolpert und war erstmal total überfordert ("Moment, ist das jetzt dieses Löwenwesen, von dem er da redet?" "Welches Amt war nochmal ein Rahn?" "Warum bringt er jetzt diesen Schöpfungsmythos ein?"). In der Tat lebt man sich aber in das Universum nach den ersten 100, 150 Seiten ein und dann ist es wirklich atemberaubend!

Die Kämpfe, die so völlig anders als gewohnt NICHT mit Schwert und Bogen ablaufen, haben mich am meisten mitgerissen (ich bin nicht so der Politik-Rhetorik-Taktik-Mensch, wenn es denn so tiefgehend ist wie hier) und spätestens als sich eine Gruppe (supercooler!!) Charaktere in einer gruseligen Sumpflandschaft voller ekliger Kreaturen wiederfindet, hat mich die Story richtig mitgenommen. Ich würde das Ganze jetzt mal mit meinem Tolkien-Leseerlebnis vergleichen. An manchen Stellen ist mir die Mission "Ich baue jetzt mal weiter an der Beschaffenheit meiner Welt" mit einer Fantastilliarde Beschreibungen von Datails gegenüber dem "Hier geht die Story weiter und es wird wild geschnetzelt!" ein bisschen zu sehr im Vordergrund und es wird mir zu trocken. An den zweiteren Stellen wird man allerdings so begeistert mitgerissen, dass das alles wieder rausholt und man das Buch doch komplett verschlingt.

Übrigens wüsste ich gerne mal wer Übersetzung und Lektorat gemacht hat - in diesem Buch finden sich einige Fehler, die einfach nicht nötig wären! Ebenfalls völlig unpassend finde ich den Klappentext (müsste ebenso nicht sein!), der Begriff "Hochkönig" fällt beispielsweise nicht einmal in dem Buch und die beiden genannten Charaktere waren auch KEINE besten Freunde.

WENN man sich also darauf einlässt, bietet der Roman ein riiieeesiges neues Fantasy-Universum mit soooo viel Potenzial für mehr (Anmerkung: Auf der letzen Seite des Buches steht sinngemäß "mehr in Arbeit" - das lässt hoffen^^). Aber vorsicht: Das ist auf keinen Fall was für den Tag am Strand. Hier trifft ein vielschichtiger Schreibstil auf eine penibel erarbeitete Gedankenwelt.
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Mark Barnes: "Echos der Vergangenheit". Erschienen am 21. April 2014 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 9,99 € (broschiert)
Lisa Sonnenschein
Das gute Stück hier habe ich auf einer 10-stündigen Fahrt im Fernbus verschlungen. Verschlungen deshalb, weil es so gut war? Hmm...



Evangeline hat eben noch ihren Geburtstag gefeiert und am nächsten Tag sind alle ihre Freunde und auch ihr Freund tot. Auf der Welt hat "Der Blitz" eingeschlagen und alle Menschen, die sich nicht gerade zufällig in Deckung befanden, hat es dahingerafft. Der Rest ist auf der Suche nach Lebensmitteln und besonders: Wasser! Denn alle Gewässer sind verdunstet und es wird sehr lange nicht regnen...
Durch einen Zufall gerät Evie ausgerechnet an den neuen Schüler an ihrer Schüler - den Rebellen Jack, der sie beschützen kann und mit dem sie auf der Flucht vor bluttrinkenden Zombies, Rebellenarmeen und noch so einigen anderen widrigen Umständen viel Zeit verbringt.
Das Buch könnte an dieser Stelle eine coole Abenteuergeschichte mit Endzeit-Einschlag sein, allerdings kommt noch etwas hinzu: Die Katastrophe hier ist kein Zufall und Evie befindet sich in einem "Spiel" mit anderen Jugendlichen, die nicht nur überlebt haben, sondern auch noch ganz spezielle Fähigkeiten haben - genau wie sie!

Ich möchte doch kurz was zum Cover sagen - ich WEISS wirklich nicht, warum die ganze Welt im Moment nur Bücher und besonders Jugendbücher rausbringt, die ein UNGLAUBLICH kitschiges Cover haben! Keine Ahnung... Vielleicht liegt es auch daran, dass ich einfach nichts für fotografierte Menschen darauf übrig habe, aber hier ist es mir wieder besonders aufgefallen.
Als ich das Buch gelesen habe, habe ich mich -natürlich!- über die Liebesgeschichte darin aufgeregt (und auch ein bisschen lustig gemacht *gnehehe*). Auch diese ganze "Spiel, Tarotkarten, magische Fähigkeiten"-Kiste las sich anfangs wie 
"Ohhh Gott, noch ein Jugendbuch, in dem ein junges Mädchen versucht, mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten klarzukommen...!" und in der Tat ist der Handlungsablauf in dem Buch auch dahingehend ziemlich klar ersichtlich, den Schreibstil würde ich als schlicht beschreiben (Jugendbuch eben) und der klassische Cliffhanger am Ende des ersten Teils ist auch vorhanden - lästig.
ABER - die Spannung in dem Buch ist ziemlich mitreißend! Es wird nicht langweilig und ich war froh, dass ich es an einem Stück gelesen habe, denn es ist schwierig, das Buch aus der Hand zu legen - irgendwie gibt es keine Stelle, an der es mich nicht doch interessiert hat, wie es weitergeht. Und was ich auch sagen muss: Obwohl ich den ersten Teil nicht so berauschend fand, habe ich den zweiten auch noch gelesen (Ja verdammt, Cliffhanger funktionieren bei mir ziemlich gut) und der war einfach um LÄNGEN besser!
Ich habe mich also dazu entschieden, über die negativen Aspekte des ersten Buches hinwegzuschauen, um mich auf eine tolle Buchreihe einzulassen, in die man wohl erst reinkommen muss^^ Unterhaltsame Buslektüre auf jeden Fall!
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Kresley Cole: "Poison Princess". Erschienen am 12. Mai 2014 im cbt Kinder- und Jugendbuchverlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.