Lisa Sonnenschein
Diese Buchreihe scheint mir im Moment allgegenwärtig zu sein; auf facebook springen mich immer wieder Profilbilder mit dem Logo an. Das liegt wohl daran, dass der letzte Teil der 9-bändigen Reihe gerade erschienen ist. Dieses erste Taschenbuch hier ist eine Zusammenfassung der ersten 3 E-Books der Talente-Reihe.

Meine Videorezension dazu beginnt bei Minute 3:30


Wir begleiten in diesem Buch Melek, die durch ein Basketballtraining der etwas anderen Art erfährt, dass sie ein "Talent" ist. Das bringt viel mehr mit sich, als der Name erstmal vermuten lässt. Als Talent hat Melek ganz besondere Kräfte (klingt jetzt übernatürlicher, als es wirklich ist) und die Verpflichtung, gegen die Dschinn zu kämpfen - fiese Gestaltwandler, die den Menschen (und Talenten) durch einen Kuss auf den Mund ihre Gefühle rauben können. Melek muss sich entscheiden, ob sie ihr ruhiges, behütetes Vorstadtleben gegen den Kampf gegen das Böse eintauschen will...

Die Story dieses Buches ist wirklich cool und spannend aufgezogen. Melek ist eine sehr sympathische Protagonistin (zumindest vorerst) und stolpert sehr überzeugend in diese ganze schon fast apokalyptische Welt hinein. Der Schreibstil ist locker-flockig und sehr angenehm - man liest das Buch wirklich so vor sich hin, ohne über irgendwelche Formulierungen zu stolpern.

So weit so gut. Was mich an dem Buch wirklich gestört hat: Dieses typische Teenager-Hin-und-Her-wer-steht-auf-mich-auf-wen-steh-ich. Das Hin- und Hertaumeln von Melek zwischen drei (!) anderen Charakteren, die ja schon irgendwie ganz nett sind, hat mich einfach irgendwann genervt (und ich bin da ja eh so empfindlich). Das wäre ja an sich kein Drama gewesen, würde sie nicht im Laufe des Buches auch noch sehr inflationär mit Küssen um sich werfen. Also ne, das hat mir Melek als Protagonistin dann doch ein bisschen verbaut.

Auch ich darf aber hoffen, denn am Ende dieses Taschenbuches sind die Rollen wohl vorerst verteilt *Daumen drücken!* und hoffentlich herrscht dann im nächsten Teil ein bisschen mehr Klarheit über Meleks Gefühlswelt. Ich hoffe es ganz arg, denn eigentlich hat mir das Buch echt gut gefallen und das Setting verspricht auf jeden Fall mehr!
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Mira Valentin: "Das Geheimnis der Talente". Erschienen am 18. März 2016 im Carlsen Verlag (Reihe bittersweet). Kostenpunkt: 14,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Jaja, das liebe Leid mit der Verfilmung von Büchern. Kürzlich ist erst "Smaragdgrün", der dritte Teil der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier gestartet. Und ohnehin waren bis jetzt schon eine ganze Menge Buchtitel in den Kinos unterwegs. Was erwartet uns eigentlich dieses Jahr sonst noch so? Und was werde ich davon noch in Angriff nehmen? Hier gibt eine kleine Auswahl an möglichen Kinobesuchen für dieses Jahr ;)

The Big Friendly Giant von Roald Dahl - Kinostart am 21. Juli (gestern)
Um die Geschichte jetzt noch zu lesen, ist es dann wohl ein bisschen spät - den Film würde ich mir trotzdem ganz gerne anschauen. Ich liebe Roald Dahl! Er hat diese zwei Persönlichkeiten eines Schriftstellers, auf der einen Seite schreibt er total niedliche Kinderbücher mit toller Moral (Charlie und die Schokoladenfabrik, James und der Riesenpfirsich, Matilda - alle drei auch schon verfilmt) und auf der anderen Seite total gruselige Kurzgeschichten mit sarkastischen bis brutalen Wendungen (Küsschen Küsschen, Lammkeule und andere Geschichten). Der Tim Burton unter den Autoren und sicherlich lesens- und sehenswert!

Inferno von Dan Brown - Kinostart am 13. Oktober
Achtung und Vorsicht: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Dan Brown gelesen... Ja, Asche auf mein Haupt, aber bis jetzt ist mir nie ein Klappentext von ihm begegnet, der mich so beeindruckt hätte, dass ich das Buch sofort mitgenommen hätte. Darum kenne ich auch "Inferno" nicht, auf das bestimmt unglaublich viele Menschen hinleben, und darum werde ich auch den Film vermutlich erst sehen, wenn Thalia für 3,99€ seine Restposten abstößt. Tjoa...


Girl on the Train von Paula Hawkins - Kinostart am 27. Oktober
Auch dieses Buch kenne ich noch nicht, aber das Cover ist mir in jeder Buchhandlung tausendfach begegnet! Meine Vermutung ist, dass wir hier ein Buch haben, bei dem der Film nachher superbekannt sein wird, wobei von der Autorin nichts mehr gehört ward. Ihr wisst schon, ein Film der Art "Was, dazu gab's 'ne Buchvorlage?!" Der erste Thriller der Autorin klingt handlungsmäßig auf jeden Fall nicht uncool - ist aber kein Film, den ich unbedingt im Kino sehen müsste und ich habe im Moment auch einfach zu viel Lesestoff, um extra noch das Buch dafür zu lesen...


Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs - Kinostart am 3. November
Den Hype um dieses Buch habe ich noch nicht so ganz verstanden. Ich habe es damals aus der Grabbelkiste einer lokalen Buchhandlung gefischt und aus Langeweile und in Ermangelung eines Buches auf einer Zugfahrt gelesen. Das ist jetzt schon ewig her und der Inhalt scheint mich nicht so beeindruckt zu haben, dass ich mich irgendwie an die Handlung erinnern könnte. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob der Film meine Erinnerungen wachrufen kann^^


Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von J.K.Rowling - Kinostart am 17. November
Das Blut aller Harry Potter Fans dieser Erde dürfte im November wohl mal wieder so richtig in Wallung kommen. Das "Lehrbuch" aus dem HP-Universum wird jetzt verfilmt. Das heißt nein, eigentlich die Vorgeschichte dazu. Denn hier begleiten wir Newt Scamander (den Verfasser des Buches) auf der Reise zur Entstehung seines Werkes. Da scheiden sich die Geister - ist das jetzt Geldmacherei, oder entsteht hier eine coole Ergänzung zum Hogwarts-Universum? Die Diskussion dürfte wohl in Gang bleiben, bis der Film dann tatsächlich angelaufen ist...

Lisa Sonnenschein
"Don't judge a book by its cover!" - mit diesem Buch habe ich das mal wieder feststellen dürfen. Denn das Cover funktioniert für mich so überhaupt nicht. Gar nicht schlimm - bei dem Inhalt^^

Meine Videorezension beginnt bei Minute 14:36.



Wir begleiten in diesem Buch Lars Wolfsson und seinen Clan auf dem ersten Raubzug der Wikinger in Großbritannien. Dabei werden auch deren Beweggründe erklärt und eine Art "Prequel-Story" zur Glanzzeit der wilden Nordmänner erzählt.
Viel mehr gibt es zur Handlung auch gar nicht zu sagen - trotzdem ist dieses Buch etwas ganz Besonderes. Denn abseits der eigentlichen Handlung wird der Leser immer wieder eingeladen das Leben der Wikinger, ihre Lebensweise, ihre Ansichten zum Aufbau einer Gesellschaft und (ganz wichtig) ihre Religion kennenzulernen. Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, denn was auch einfach in einem staubtrockenen historischen Fachbuch hätte stehen können, wird hier mithilfe einer romantauglichen Story veranschaulicht und ich kann nicht behaupten, dass ich mich an irgendeiner Stelle gelangweilt hätte.

Das hervorragend recherchierte Buch hat mich auch noch nachträglich sehr beeindruckt. Mein direktes Umfeld (namentlich meine Mama und mein Freund) hatten sehr unter meinen "UH, und wusstet ihr, wie das bei den Wikingern damals war??" - Anfällen zu leiden ('tschuldigung dafür...).
Ich glaube aber nicht, dass das Buch unbedingt etwas für jedermann ist. Ein gewisses Interesse, diese Kultur von damals kennenzulernen, sollte man als Leser schon mitbringen. Dafür spricht auch der sehr schnörkelige Ausdruck des Autors. Wo ich am Anfang noch Schwierigkeiten hatte und irgendwie dachte, das sei dann doch etwas affektiert, war ich 20 Seiten später schon vollkommen eins mit diesem Stil - und irgendwie passt es total zum Buch. Aaaber: Muss man eben mögen.

Leichte Abzüge gibt es dann von mir in der B-Note. Es sind doch noch so einige Rechtschreibfehler im Buch zu finden und leider Gottes schleicht sich im letzten Teil der Geschichte noch eine gnadenlos kitschige Liebesgeschichte ein, die ich dem Protagonisten nicht so ganz abkaufen konnte (aber hachja, die Liebesgeschichten und ich).
Davon ab: Famoses Buch, spannend bis zum Schluss und ganz aus Versehen könnte man sogar noch was lernen ;) Ein Einhorn und ganz viel Glitzerstaub dafür!
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Rolf Michael: "Wölfe des Nordens - Die Flammen von Lindisfarne". Erschienen am 29. März 2016 im Mondschein-Corona Verlag. Kostenpunkt: 14,95€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Dieses Büchlein habe ich in meiner Überraschungsbox vom Drachenmondverlag bekommen - ein großer Karton, den man in verschiedenen Preisklassen bestellen kann und dann entsprechend Bücher und Goodies sowie kleine Aufmerksamkeiten und Süßigkeiten erhält. (Einen Link gibt's hier)

Leider konnte es mich für mein erstes Drachemondbuch so gar nicht überzeugen (vielleicht hätte ich auch echt erstmal den Klappentext lesen sollen :D)... Aber fangen wir von vorn' an!

Jowna hat einen eher ungewöhnlichen Job - in der Nacht verlässt sie ihr Zuhause und geht auf die Jagd nach Vampiren, die (ganz klischeehaft) Menschen jagen und sie aussaugen. Mysteriöserweise haben die Überfälle dieser Art in letzter Zeit bedeutend zugenommen und Jowna kommt einem Bund auf die Schliche, der eine Bedrohung sondergleichen für sie selbst darstellt.

Was als "Hexe jagt Vampire" - Geschichte der ganz klassischen Art anfängt, endet als kitschige Liebesgeschichte mit einem Showdown, der eigentlich wohl nur ganz fix zum Happy End mit Glitzer und Konfetti kommen möchte. Das Vampir-konzept ist klischeehaft (einziger Pluspunkt: Niemand glitzert^^), das der Hexen genauso. Die dunkle Bedrohung kommt (ebenfalls ganz klischeehaft) auf die Idee, beides zusammenzuwerfen und übermächtige Hybridenwesen zu erschaffen, die der "Schattenkriegerhexe" das Leben zur Hölle machen. Was ein "Schattenkrieger" nun genau ist, wird in dem 196-Seiten-Büchlein auch nicht wirklich erklärt, man erfährt lediglich, dass ein Schattenkrieger etwas Superseltenes, Superübermächtiges ist und das Grauen aller Vampire. Schade. 
Dazu kommen dann noch für meinen Geschmack zu oft eingesetzte Sexszenen, die aber ganz gut zum recht laxen Schreibstil passen...

Mein Fazit: Ich habe nichts gegen Vampir- und Hexengeschichten, auch wenn sie von vielen Lesern mittlerweile verteufelt werden, weil seit Bella und Edward zugegebenermaßen einfach zu viele davon im Umlauf sind. Diese hier konnte mich aber leider gar nicht vom Hocker reißen. Was spannend begann, wurde zur Liebesgeschichte mit "Beiß mich!"- Elementen umgebaut, die Geschichte war vorhersehbar und die Wendungen dienten für mein Empfinden nur dazu, zum glücklichen Abschluss der Geschichte zu kommen. Leider gar nichts für mich, aber ich habe ja noch eine kleine Auswahl aus dem Drachenmondverlag hier liegen und werde das nächste Mal ganz bestimmt sorgfältiger auf den Klappentext achten, damit dann auch ein positives Leseerlebnis dabei rauskommt =)!
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J.T. Sabo: "Die Schattenkriegerhexe". Erschienen am 3. November 2015 im Drachenmondverlag. Kostenpunkt: 12,00€ broschiert.

Lisa Sonnenschein
Sooo - dieses Buch habe ich mal wieder im Rahmen einer Leserunde lesen dürfen. Die Bewertung hier fällt mir ein bisschen schwer. Ich versuche mal, mich zu erklären...
Die Videorezension zum Buch startet bei Minute 3:43



Wir begleiten in diesem Buch Irenie und ihren Vater, die - seitdem Irenies Mutter spurlos verschwunden ist - eine recht unzusammenhängende, kleine Familie sind. Irenie hat keine besonders gute Beziehung zu ihrem Vater und als sie auf dem Dachboden Briefe findet, die ihre Mutter mit ihrer Jugendliebe Ahmed ausgetauscht hat, hält sie nichts mehr und sie macht sich auf die Suche nach der Lebensgeschichte ihrer Mutter.

Wer mich kennt, weiß, dass ich unheimlich gerne Bücher über Frauenschicksale lese (gut, meine Meinung zu Effi Briest lasse ich da jetzt mal raus^^) und auch wirklich gerne Klassiker und mal etwas "entschleunigte" Bücher. Obwohl dieses Buch vom Schreibstil her ein hohes Niveau hält (den grade handelnden Figuren wird sich in der Äußerungsweise toll angepasst, aber generell ist der Sprachstil doch gehoben - wir befinden uns im universitären Kontext) und sich die Autorin wirklich etwas bei der Charakterzeichnung gedacht hat, hat es mich doch nicht ganz überzeugen können.

Richtig toll dargestellt sind hier die Protagonisten. Obwohl die kulturellen Unterschiede zwischen Irenies Vater (Brite - durch und durch!) und ihrer Mutter (geboren in Pakistan, zum Studium nach Großbritannien gezogen) nicht offensichtlich sind, sind sie da. Und das wird dem Leser hier toll vermittelt. Man spürt, wie Irenie zwei verschiedene Welten in sich trägt, ohne es zu wissen und wie sie damit umgehen muss. Das bringt auch ihre Beziehung zu ihrem Vater stark ins Wanken und zum Ende des Buches wird auch immer klarer, warum das so ist.
Ich schätze der Grund dafür, warum mir das Lesen dieses Buches so schwergefallen ist, ist der, dass die Entwicklung bis zur Aufklärung des Schicksals der Mutter eine sehr schwergängige ist. Ich hatte nach dem Klappentext doch fast kriminalistische Elemente vermutet (nach dem Muster "Tochter löst den Fall ihrer verschwundenen Mutter"), hier geht es aber wirklich vielmehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten, die sich NATÜRLICH nicht von heute auf morgen entwickeln. Das und der Verlauf der Geschichte zum Ende hin (es gibt kein -Happy-End-auf-Teufel-komm-raus-, die Aufschlüsselung bleibt realistisch, ist aber trotzdem befriedigend) machen das Buch authentisch, aber nicht gerade leicht lesbar. Ich kann mir vorstellen, dass es dafür begeisterte Leser gibt, ich gehöre leider nicht unbedingt dazu.
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Sophia Khan: "Das Leuchten meiner Welt". Erschienen am 13. Juni 2016 im Diana-Verlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.