Lisa Sonnenschein
Das hier ist mein allererster Laymon - man kann allerdings nicht sagen, dass ich nicht gewusst hätte, worauf ich mich einlasse ;)!

Wir begleiten hier hauptsächlich Leigh und ihre Tochter Deana (wobei ich bei keiner der beiden Damen wirklich verstanden habe, wie man die Namen aussprechen müsste). Die beiden werden buchstäblich von (gleich mehreren) Psychopathen verfolgt und so stellt sich nicht nur heraus, dass Leigh eine ziemlich finstere Vergangenheit hat, sondern auch, in welchem Zusammenhang ihre Tochter damit steht...

Was ich erwartet habe:

Laymon ist harter Tobak (hab' ich mir sagen lassen). Ich bin also mit der Erwartungshaltung rangegangen, blutige Szenen mitzuerleben, psychopathischen Mördern zu begegnen und es war auch von Anfang an klar, dass Sex im Buch eine Rolle spielen würde... Krank würde es also werden, prima!

Was ich bekommen habe:

- Superflache, stereotype Charaktere. Wirklich - jede einzelne Frau in diesem Buch ist superheiß und superschlank und superdurchtrainiert. Von Deana wird sogar geschrieben, dass sich ihre Unterhose über ihren Beckenknochen spannt, weil ihr Bauch so flach ist o.O Wenn die Mädels keine aufgedonnerten so-gut-wie-Models sind, sind es supertoughe, kampfsportbetreibende Kriegerinnen, die den Tag retten. Auch sämtliche Misshandlungen und Gewalttaten, die den Buchcharakteren widerfahren, werden einfach so weggesteckt. Ich weiß nicht, was besonders Deana sich von Zeit zu Zeit denkt - wahrscheinlich einfach nur: "Nächster bitte!"

- Sexismus in seiner Reinform. Sympathie wird in diesem Buch wohl ausgedrückt durch "Sie verspürte ein Kribbeln zwischen ihren Schenkeln". Ständig spüren die Damen, wie irgendetwas zwischen ihren Brüsten baumelt, sie haben stets Lust, benehmen sich allgemein wie rollige Katzen und es gibt auch keinen Mann, der nicht supertoll ausgestattet wäre...

- Eine eindimensionale Story. Ich hatte den Eindruck, hier hat jemand versucht, einen total verschachtelten Thriller zu basteln, der mit immer neuen Wendungen aufwarten soll. Leider ist das so gar nicht gelungen und 80% der Zeit sind die Protagonisten eigentlich damit beschäftigt, sich irgendwo vor dem Fiesewicht zu verschanzen oder in Flashbackszenen ihre dramatische Vergangenheit zu erläutern. Überrascht hat mich da so gar nichts - erst recht nicht die "große Enthüllung" am Ende.

- Zukunftsvisionen und detailreiche Wahrsagereien ex machina. Wir kommen in der Geschichte nicht weiter, weil die Charaktere keine Ahnung haben was sie tun sollen? Kein Problem! Wir lassen einfach einen davon eine Zukunftsvision haben - tadaa, schon kann's weitergehen.

- Ständig wiederkehrende Formulierungen. Keine Ahnung, wie oft irgendwer ein Kribbeln zwischen den Beinen gespürt hat, irgendwem der Kiefer knackte/brach oder jemand seinen Schaft ergriff. Ich hab' aufgehört zu zählen...

- Logikfehler. Hey Tony (suuuperunwichtiger Nebencharakter), du Servicemitarbeiter, der sich eigentlich umgebracht hatte - schön, dass du Leigh ihr Abendessen servierst :).

- Rechtschreibfehler. Nicht zu fassen, dass ich das bei einem Heyne-Buch anmerken muss, aber ja - es gab tatsächlich so einige Rechtschreibfehler. Ich bin da eigentlich nicht pingelig (wenn ich nicht ständig darüber stolpere), aber hier gab es doch ein paar Fehlerchen, die man hätte vermeiden können.


Zugute halten muss man dem Autor seinen wunderbar flüssigen Schreibstil, es war für mich kein Problem, das Buch an einem Tag durchzulesen. Die Kapitel sind unheimlich kurz gehalten, sodass man auch ganz wunderbar dazu animiert wird, doch noch ein paar Seiten mehr zu lesen. Für zwischendurch war es auch ganz witzig, aber eine Empfehlung bekommt das Buch wirklich nicht von mir. Man sollte sich fragen, ob man den armen Kerl und seine unveröffentlichten Skripte dann nicht langsam ruhen lassen sollte (er verstarb 2001), denn das hier war nun wirklich kein Glanzstück...
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Richard Laymon: Das Ufer. Erschienen am 12. September 2016 bei Heye Hardcore. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch. 
Lisa Sonnenschein
Gestern war ich auf der ersten Lesung meines Lebens (die Kinderbuchlesungen, zu denen meine Mutter mich gaaanz früher immer mitgenommen haben, zählen hier nicht! Sagen wir also die erste ERNSTHAFTE Lesung meines Lebens). Das allein ist ja schon irgendwie sonderbar - eine Buchbloggerin, die noch nie auf einer Lesung war?
Tja, es wird noch sonderbarer, denn die Lesung war auf Englisch. Es ging um das Buch "The Wallcreeper" von Nell Zink, das mittlerweile auch die Übersetzung in die Deutsche Sprache geschafft hat. Hier heißt es "Der Mauerläufer" und einen Link zum Buch auf Amazon gibt es hier.


Die Lesung fand in einem kleinen Kinosaal statt (sooo bequeme Sessel!) und es war wirklich unfassbar, wie lustig die Autorin gemeinsam mit einem "Moderator" und Freund die Lesung gestaltet hat, passend zum Buch übrigens, das auch nicht zu unterschätzende humoristische Szenen enthält. Ein ewiges Hin und Her zwischen Deutsch und Englisch war außerdem dabei, sodass ich nachher gar nicht mehr wusste, welche Sprache ich jetzt eigentlich spreche.

Es wurden Textpassagen in deutscher und englischer Sprache vorgelesen - wobei die deutsche Synchronsprecherin auch keine mir ganz unbekannte Stimme war - Doris Wolters. Sie hat so einiges von Hera Lind synchronisiert, viele historische Bücher, aber auch ein Buch von Jorge Bucai (famoser Schreiberling!!). Ich muss sagen, ich war wirklich superbeeindruckt von ihrer Sprechweise und habe jetzt so richtig Lust, es doch nochmal mit einem Hörbuch von ihr zu probieren - ich und Hörbücher, das ewige Leid...

Während der ganzen Lesung war ich hin- und hergerissen zwischen lauten Lachern (zum Beispiel über tantrische Öl-Rituale) und besinnlicher Stille und das fasst auch den Schreibstil von Nell Zink sehr gut zusammen. Ein Buch habe ich mir letztendlich nicht gekauft, dazu war mir das Mit-Haupt-Thema "Vögel" zu suspekt. Aber einen Blick auf das zweite und die kommenden Werke werde ich auf jeden Fall haben und obwohl ich den Altersdurchschnitt deutlich (!) gesenkt habe, hatte ich das Gefühl, einen sehr jugendlichen, frechen Roman vor der Nase zu haben, der das Thema "Ehe" nicht allzu ernst nimmt. 
Erfrischend!
Lisa Sonnenschein
Kurz und knackig- gewonnen haben:

Paket 1 mit Carla: 
Melanie Angyal

Paket 2 mit Susi: 
Nicole Cakmak

Paket 3 mit Henriette: 
Franziska Scheuermann

Seid nicht traurig, wenn ihr nicht dabei wart - immer wenn ihr denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Einhorn her :) Ich verlose bestimmt bald wieder welche! <3
Lisa Sonnenschein
Mensch, ich habe doch tatsächlich schon 400 Facebook-Abonnenten! Und weil nicht nur die davon profitieren sollen, gibt's hier auch nochmal das Angebot zu einem kleinen Gewinnspiel.
Diesmal gibts allerdings keine Bücher, sondern Einhörner^^

Paket 1: Carla, das Einhorn (mit grünem Horn und laaangen Wimpern) als Schlüsselanhänger
Paket 2: Susi, das Einhorn (mit pinkem Horn) mit 4 Magneten in den Hufen - meine hängt am Kühlschrank.
Paket 3: Für die nicht-einhornliebende Bevölkerung (wobei ich mir das ja gar nicht vorstellen kann o.O): Henriette, das Nilpferd.

Alle drei kommen hübsch verpackt in Kartons (die beiden Einhörner im abgebildeten Frozen-Päckchen^^) und mit einer ganzen Horde Goodies, Süßigkeiten, Gutgeh-Equipment und mit was man euch sonst noch eine Freude machen kann :)!
Kommentiert einfach bis Montag Abend, 20Uhr, welches der kleinen Kerlchen bei euch einziehen sollte und ihr seid dabei :)! Viel Erfolg!
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Die Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärst Du dich einverstanden, dass Du als Gewinner öffentlich genannt werden darfst.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Lisa Sonnenschein
Nachdem die letzte Rezension wieder etwas für mein rosafarbenes Einhornherz war, kommt hier wieder ein Thriller. Der zweite Fitzek meines Lebens (Nachschub steht schon bereit^^), den ich witzigerweise auf dem Weg nach und von Helgoland gelesen habe!
Witzig ist das deswegen, weil der Roman teilweise auf Helgoland spielt. Daher rührt auch der Titel - "abgeschnitten" werden hier nicht nur diverse Körperteile, sondern auch eine der handelnden Figuren von der Außenwelt.

Hauptsächlich begleiten wir jedoch Paul Hertzfeld, einen Gerichtsmediziner, der schon die wüstesten Fälle auf seinem Sektionstisch hatte und trotzdem immer versucht, möglichst unvoreingenommen an die Fälle heranzugehen, die er behandelt. Das wird ihm allerdings unmöglich, als er im Kopf einer dieser Leichen einen Zettel mit der Telefonnummer seiner eigenen Tochter findet. Was der Protagonist erst noch gar nicht fassen kann, entwickelt sich bald zum tödlichen Spiel und zur Jagd nach Helgoland.

Hier haben wir mal wieder einen typischen Fitzek. Cliffhanger am Ende jedes Kapitels, Perspektivensprünge durch die Köpfe der Protagonisten und eine Handlung, bei der man am Ende gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Ich muss sagen, die Jagd von Paul Hertzfeld nach seiner Tochter hat mich auch wirklich gepackt, der Charakter an sich hat mir supergut gefallen und auch die "Sidekicks" (in dem Fall eine junge Frau, die auf Helgoland Schutz vor ihrem Stalker sucht) waren toll aufgebaut.

[An dieser Stelle ein Herzchen für den Hausmeister.]

Trotzdem hat es mich nicht so richtig überzeugen können - das Ende habe ich kommen sehen und das hat mich doch schon ziemlich enttäuscht. Permanent wird auf den epischen Showdown hingearbeitet und dann macht es einmal "Puff" und alles ist vorbei. Ich habe da definitiv den Spannungsbogen von "Passagier 23" vermisst. Was allerdings gelungen war, waren die Psycho-Effekte. Gegen Ende des Buches wird dann doch sehr auf die emotionale Schiene umgestiegen, es geht um Manipulation und ja, auch ein bisschen Psychotherapie. Das hat mir dann doch einen Schauer über den Rücken gejagt und sehr schön mit der winterlich-stürmischen Atmosphäre zusammengespielt, durch die sich Hertzfeld da kämpft. Und mal ehrlich - gibt es bei diesen Temperaturen ein besseres Buchklima? ;)

Alles in allem muss ich aber zusammenfassen: Nettes Buch, aber das kann er besser! Ich freu' mich schon auf den nächsten Fitzek!
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Sebastian Fitzek und Michael Tsokos: Abgeschnitten. Erschienen am 1. Oktober 2013 im Droemer-Verlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Kontrastprogramm! Nach dem gruseligen Psychothriller mit allem drum und dran mal wieder ein total liebevoll geschriebenes Jugendbuch(?). Da darf auch die Rezension mal ein bisschen ausführlicher ausfallen^^

Meine Videorezension zu diesem Buch beginnt ganz am Anfang des Videos:



Die Protagonistin dieser Geschichte ist (wer hätte das gedacht!) Kitty. Kitty hat in der Schule so ihre Probleme, weil sie einfach ihren Mund nicht halten kann, wenn es mal ungerecht zugeht. Das bringt ihr auch einen ordentlichen Streit mit ihrer Mutter und ihrer Oma ein, die gemeinsam beschließen, dass Kitty endlich auf eine andere Schule gehört. Die neue Schule ist allerdings so ganz anders als alles, was Kitty bisher kennengelernt hat...

Weil es so viel Material zum Buch gibt, füge ich euch gleich hier noch einen Buchtrailer ein, den ich unfassbar hübsch gemacht finde :)



Wir lernen mit der Geschichte in diesem Buch eine wunderbare neue Welt kennen - Fabelwesen, mythische Gestalten und das alles ohne dass die Menschheit davon weiß. All diese neuen Begegnungen sind unheimlich liebevoll beschrieben und toll ausgearbeitet, die Charaktere haben ihr eigenes Wesen und besonders Kitty ist ein wunderbares Persönchen, die mir gut gefallen hat, weil sie so stark ist. Ich finde sie hat gewisse Ähnlichkeiten zu Pippi Langstrumpf - ohne allerdings die ganz verrückten Ideen ;).
Die Geschichte ist spannend im Verlauf und hatte für mich keine Längen - mein Highlight war das Auftauchen des eigentlichen Erzählers (so im letzten Drittel des Buches würde ich schätzen) und ab da geht dann auch so richtig die Post ab. Was vorher eine Art mythischer Detektivgeschichte war, wird dann ein actionreicher Kampf um Leben und Tod.
Leider ist die Geschichte am Ende des Buches noch nicht abgeschlossen, da sind noch so einige Punkte offen und ich BESTEHE darauf, dass da noch ein zweiter Teil kommt! Der steht leider im Moment auf der Kippe - ein Umstand, den ich so gar nicht verstehen kann.
Das Buch ist spannend, die Charaktere sind wunderbar und es gibt ein riesiges Universum, das die Autorin (bzw. Sir Larry) darum herum aufgebaut hat. Zum Beispiel gibt es hier eine Auflistung der Musik, die Kitty zwischendurch immer mal wieder hört (ohne ihrem MP3-Player geht nämlich gar nichts), oder hier Poster, Stundenpläne und Lesezeichen zum Gratis-Download.

Ein wenig Kritik, die auch damit zusammenhängt, möchte ich dennoch üben - ich habe nicht ganz verstanden, für welche Altersgruppe das Buch am besten geeignet wäre. Einerseits ist es klar ein Jugendbuch, schon fast ein Kinderbuch im Handlungsverlauf und Formulierung. Andererseits finden sich immer wieder englische Begriffe im Verlauf des Buches (am deutlichsten im Gedächtnis geblieben ist mir "sophisticated") und auch Filme und Songs, die sogar noch vor meiner Zeit sind. Klar regt das zum Nachschlagen und Nachhören an, hemmt aber auch erstmal den Lesefluss. Etwas irritiert hat mich auch die Erklärung von Sir Larry, warum er denn eigentlich der Erzähler ist und wie die Erzählperspektive funktioniert - diese kommt nämlich nicht ganz zum Anfang, sondern irgendwo nach der Vorstellung von Kitty und der Welt, in der wir uns befinden.

Doch das alles kann meine Begeisterung für das Buch nicht trüben - ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und kann die Geschichte um Kitty und ihre Freunde nur weiterempfehlen! Bitte mehr davon, ich muss da noch so einiges wissen ;)!

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Sandra Öhl: Kitty Kathstone. Erschienen am 15. Oktober 2015 bei Mr. Bumblebee's House. Kostenpunkt: 17,99€ als Hardcover, 19,99€ für das Hörbuch.
Lisa Sonnenschein
Sooo - ich habe mal wieder ein bisschen härteren "Stoff" gebraucht, ein Psychothriller musste her! "Das tote Herz" ist es dann geworden und es war wirklich fies...

Meine Videorezension beginnt hier bei Minute 5:06.



Zum Inhalt möchte ich eigentlich gar nicht soo viel sagen, weil ich finde, dass der Klappentext eigentlich viel zu viel verrät, wenn man die Entwicklung der Handlung betrachtet.

Nur so viel also: Wir begleiten hier gleich mehrere Personen - die Perspektive wechselt dabei immer wieder hin und her (aber nicht wirr, sondern so, dass es für den Leser spannend bleibt, obwohl sich die Handlung eher schleichend entwickelt). Der Protagonist ist eigentlich Kober, der nach einem Zusammenbruch ein Spenderherz erhält und anschließend merkwürdige neue Charakterzüge an sich erkennt, die ihn selber am meisten gruseln.

Die Thematik ist wirklich furchteinflößend - wir beobachten eine Persönlichkeitsstörung der schlimmsten Sorte in der Entwicklung und das eben, wie gesagt, sehr langsam. Das Ende des Buches ist absolut verstörend, Psychofans kommen hier voll auf ihre Kosten!

Die Charaktere fand ich (zumindest anfangs^^) sehr sympathisch und auch das Ermittlerduo, das nachher eingeschaltet wird, verhält sich sehr menschlich - weder ist hier der allwissende Justus Jonas dabei, noch ist der Leser den Polizisten schon fünf Schritte voraus. Ein bisschen miträtseln kann man schon, der eigentliche Sachverhalt ist aber durch die Innenperspektive des Täters eigentlich von Anfang an klar. Das macht aber auch nicht den Reiz des Buches aus, sondern die langsame Steigerung in den Wahn, der einen so richtig aufgewühlt zurücklässt. Es ist wirklich schwer, dieses Buch aus der Hand zu lesen, wenn man einmal drin ist.
Es gibt ein paar Beschreibungen von spritzendem Blut und pochenden Organen, (für mich) zum Glück driftet das Buch aber gar nicht in diese Splatter-Richtung ab, sondern bleibt auf der Psycho-Ebene. Die wird dadurch noch mehr hervorgehoben, dass einer der beiden Ermittler Psychotherapeut ist und einige Opfer betreut - das ist wirklich interessant gemacht.

Alles in Allem: Für mich wieder ein wunderbarer Einstieg in die Welt des Psychohorrors, in der ich ja schon länger nicht mehr unterwegs war. Das Buch ist dabei nicht zu krass oder unangemessen, bleibt aber auch nicht seicht. Ein bisschen was Surreales bleibt dabei, so richtig medizinisch Hand und Fuß hat das Buch nicht, deswegen bin ich nicht absolut überzeugt. Trotzdem habe ich es gerne gelesen und kann es weiterempfehlen.
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Rainer Würth: Das tote Herz. Erschienen am 15. August 2016 im Goldmann Verlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.