Lisa Sonnenschein
Bei der Google-Suche zu der Buchreihe, die euch die liebe Sabrina gestern vorgestellt hat, bin ich nur durch Zufall über die Wikipediaseite der Autorin gestolpert. Und schon beim ersten Überfliegen wusste ich: Die Frau und ihre Biografie ist unfassbar spannend! Also gibt es hier zum Abschluss unseres katzigen Wochenendes noch eine kleine Autorinnenvorstellung von mir.
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Wirklich bekannt wurde die 1944 geborene Rita Mae Brown leider nicht durch ihre Schriftstücke. Weil sie offen homosexuell lebte und sich weigerte, dem offiziell "abzuschwören" (ja, zu den Zeiten wurde diese Aufforderung so ausgesprochen), durfte sie ihr Studium am College nicht beenden - sie wurde rausgeworfen und musste sogar einige Zeit obdachlos auf der Straße leben.

Rita Mae Brown auf dem Grundstück ihrer Farm in Virginia
 - Foto von der Homepage der Autorin
Durch ihre Beziehung mit Martina Navrátilová (eine sehr erfolgreiche Tennisspielerin) erhielt Brown Einsicht in die lesbische Frauenbewegung der 1970er und 80er Jahre. Sie engagierte sich für Frauen- und Bürgerrechte, demonstrierte gegen Krieg und Gewalt. Einige dieser Erlebnisse, die sie mit der Gesellschaft und sich selbst machen konnte, schrieb sie nieder. Ihr allererstes Buch "Rubyfruit Jungle" (zu deutsch Rubinroter Dschungel) verkaufte sich sofort millionenfach und sorgte für viele Diskussionen weltweit.
In einem Interview sagte sie über die Wertung der Sexualität: Wie widerlich ist es denn, dass Menschen in eine Schublade gesteckt werden, je nachdem mit wem sie schlafen?
Sie hält die Sexualität für das absolut Uninteressanteste am Menschen, denn sie sage nichts über einen aus.

Die Neuauflage des Buches
1989 in Deutschland
An anderer Stelle betont sie außerdem, dass "Rubyfruit Jungle" nun einmal ihr Erstlingswerk war und trotz des großen Erfolges schaut sie lieber nach vorn und nicht zurück - ständig finden sich neue Skripte in ihrer Schublade und sie sammelt Ideen für das nächste Buch.

So kam dann auch die bisher 22-bändige Reihe um die Katze Mrs. Murphy zustande. Außer diesen Büchern gibt es jedoch auch noch eine andere Buchreihe von ihr ("Sister Jane", eine Reihe um eine Füchsin), mehrere Stand-Alone Bücher und sogar einen Gedichtband. Ihre Bücher kommen an - und trotzdem bleibt die Autorin stets bescheiden. In fast jedem Interview, das ich von ihr gelesen habe, wird deutlich, dass sie einen Personenkult um sich nicht verstehen kann. Sie sieht ihre Bücher als Selbsterprobung, nicht als Offenbarung. Besonders "Rubyfruit Jungle" war dabei aber so ein Meilenstein der Genderbewegung und viele junge Menschen verdanken dem Buch einiges. In einem Interview sagt sie von sich, sie glaube nicht, sie sei klüger als andere auch - und beschwert sich über die Überhebung des Schriftstellertums in den Vereinigten Staaten.

Heute hat sich Rita Mae Brown fast völlig aus der Presse und dem Rampenlicht zurückgezogen. Sie lebt auf einer Farm in Virginia, organisiert Fuchsjagden, pflegt ihre Felder und ihre zahlreichen Tiere. Und - sie schreibt. Immer noch. Immer wieder.