Lisa Sonnenschein
Von Hamburg aus ist es gar nicht weit nach Berlin, habe ich festgestellt. Also ging es am Samstag ganz früh mit dem Fernbus los auf die Reise. Ziel: Der Alexanderplatz und schließlich die Sonnenallee - im riesigen Hotel Estrel sollte meine erste Buch Berlin stattfinden.
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Berlin war ekelig und nieselig. Dank der Büchergnomen, die mir nicht nur eine wunderbare Wegbeschreibung zukommen ließen, sondern mich auch noch über Nacht beherbergten, fand ich den Weg zum Hotel dann aber ganz einfach.
Von außen war es gar nicht mal so eine Augenweide - einfach nur extrem riesig. Aber innen öffnete sich eine wunderschöne Lobby vor einem und nach ein paar laaaaangen Gängen kam man dann zum vergleichsweise bescheidenen Haupteingang der Buchmesse. Eintrittsbändchen organisiert, Jacke abgegeben, rein ins Vergnügen - und direkt mal in meine Gastgeber to be gestolpert. Nicht schwer, wenn man die Größe der Messe bedenkt...

Das macht auch ihren unglaublichen Charme aus. Wer viel liest und ein bisschen seinen Lieblingsautoren folgt, der wird hier gar nicht vermeiden können, bekannte Gesichter zu treffen und fast alle haben (im Gegensatz zu den Zuständen auf der Frankfurter Buchmesse) Zeit und Lust für ein Schwätzchen.

Besonders schöne Begegnungen hatte ich (mal wieder!) mit Matthias und Frank vom Dichtfest- und Sascha vom Talawah-VerlagMona SilverShanti LunauAmalia Zeichnerin und natürlich Sebastian vom Wunderhaus-Verlag. Leute ihr seid toll! :)
Überhaupt war das Publikum und die Aussteller der Messe sehr vielfältig. Da gab es Infostände zum Koran, Fantasy en masse, Erotikliteratur, Queeres, Kinderbücher, Horror und Informatives. Und alle durften werben, werben und nochmals werben. Besonders an kleineren Tischen sind tolle Gespräche zustande gekommen, weil wirklich jeder motiviert war, über seine/ihre Bücher, den Buchmarkt allgemein oder das Schreiben zu sprechen. Eine tolle Atmosphäre! 

Zwei witzige Anekdötchen gibt es dann natürlich auch noch. Die gute Amalia Zeichnerin hat uns nämlich (neben einer kurzen Novelle^^) mit Zeitreisepässen versorgt und auch gleich mal ein wunderschönes Visum hineingezeichnet.
Die Pässe gibt es für 2,50€ vom Amt für Aetherangelegenheiten und sind für durch die Zeit reisende Leseratten natürlich unerlässlich! Muss ja alles seine Richtigkeit haben bei der Besichtigung der abertausenden Buchwelten. Übrigens gab es dann am Tag nach der Ausstellung gleich eine Rüge für das fehlende Foto vorne im Pass (geht ja auch gar nicht! ;)

Noch mal lustig wurde es dann mit der Autorin Rose Care. Sie hatte zum Verteilen auf der Buchmesse extra Handschuhe mit ihrem Namen anfertigen lassen und verschwitzt, Fotos damit zu einer Social Media Aktion auszuweiten. Also haben wir rumgeblödelt - nebenan das Ergebnis :P
Jetzt könnte man meinen, die Gute schreibt Horrorliteratur oder Thriller - nene, alles sehr gefühlvoll bei Rose. Da ist uns irgendwann dann wohl die Messeluft zu Kopfe gestiegen. Die Handschuhe sind übrigens unfassbar flauschig und leisten mir schon jetzt hervorragende Dienste an der Bushaltestelle morgens!



Und dann waren da natürlich noch die Bücher! Von denen habe ich dieses Mal viel zu viele gekauft (ich bin ja eigentlich nicht so der -auf-Messen-Käufer-, weil ich ungern meine Bücher durch die Gegend schleppe - die sehen dann hinterher schon immer so abgerockt aus). Aber bei den ganzen wirklich besonderen Signaturen konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich werde euch die ganzen Schätze mal noch in einem gesonderten Post zusammenfassen - zu meiner Rechtfertigung hier aber noch ein einziges Bild! Die Autorin (Tanja Meurer) hatte eine Zeichnung wie diese in JEDEM ihrer Bücher - sie waren alle unterschiedlich und alle etwas besonderes...
Lisa Sonnenschein
Ich mag ja die Skandinavier und ihre Schreibe - sehr gerne lasse ich mich von der schlichten und atmosphärischen Art mitreißen und versinke in den gerne mal düsteren Geschichten. 
Umso spannender war also dieses Buch für mich, denn es erhielt den Titel als bester Kriminalroman Schwedens (2016). Auf ins Buch!
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Maja steht vor Gericht. Sie wird beschuldigt, einen Amoklauf an ihrem Gymnasium verübt zu haben und unter anderem ihren Freund und ihre beste Freundin erschossen zu haben. Maja ist gerade 18 geworden - ist sie wirklich eine Mörderin?

Das Buch arbeitet mit Zeitsprüngen - während wir uns immer wieder mit Maja in der Gegenwart befinden und sie bei ihrem Gerichtsprozess und im Gefängnis begleiten, gibt es zwischendurch auch Rückblenden zu Momentaufnahmen mit ihren Freunden, in denen wir mehr über unsere Protagonistin erfahren. Das sorgt für diesen klassischen "Die Hintergründe werden immer klarer"-Krimieffekt, den ich hier sehr gelungen finde.

Die Charaktere werden nur nach und nach beleuchtet - wirklich klar wird dabei jedoch nur Maja, die Randfiguren (ihr Freund, ihre beste Freundin, Klassenkameraden...) bleiben eher blass. Sie sind aber ja auch für den Verlauf der Gerichtsverhandlung und die Aufklärung des Falls eher zweitrangig.

Maja hat mich genervt. Ich habe ewig gebraucht, um in das Buch reinzukommen, weil ich sie vulgär und gleichgültig fand und zudem teilweise politische Sichtweisen in dem Buch durchblitzen, die ich absolut nicht teilen kann. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe: Die Autorin spielt mit mir! Sie provoziert den Aufreger über die konservativen Dorf-Schweden, deren Ansichten mich aufregen. Sie will, dass ich von den reichen Snobs angewidert bin, will, dass ich erkenne, wie natürlich und gleichzeitig sinnlos Majas Rebellion ausfällt. Ein grandioser Effekt, der mich wirklich tief beeindruckt hat!

Dazu kamen noch einige Stilmittel ganz am Ende des Buches, die ich jetzt hier nicht verraten kann. Nur eins am Rande: Diese Autorin hat mich ertappt - und sie wechselt irgendwann von einer bloßen Erzählung zu einer Ansprache an den Leser, die der gar nicht hat kommen sehen. Immer wieder stellt man dabei auch das eigene Weltbild infrage - es gibt bei diesem Buch kein richtig und kein falsch, es regt zum Selbstdenken an.

Mein Fazit: Ein fantastisch geschriebenes Buch, das mich erst irritiert und dann begeistert hat. Diese Autorin beweist ein außergewöhnliches Gespür für Erzählstil und verdient mit Sicherheit ihren Krimipreis. Cool!
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Malin Persson Giolito: Im Traum kannst du nicht lügen. Erschienen am 26. Oktober 2017 bei Bastei Lübbe. Kostenpunkt: 16,00€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Yay - der Auftakt zu dieser Trilogie ist mir schon auf der Messe wiederholt ins Gesicht gesprungen. Da wurde es auch offiziell vom Autor vorgestellt und jetzt endlich gibt es meine Rezension dazu =)!
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Das Leben unter der Weltenesche ist im Umbruch. Die Völker im Norden vereinen sich unter Fürst Morwa und seinen Söhnen, der Krieg wird in jeden Winkel der Welt getragen. Denn ein Machtumsturz steht kurz bevor und die Alten Götter erheben sich gegen die Menschheit, die sie vergessen hat. Mittendrin: drei starke Frauen, die ihre Rolle in diesem Spiel erst noch erkennen müssen.

Man merkt es schon an der kleinen Inhaltszusammenfassung: Dieses Buch ist Highfantasy der alten Schule. Epische Heldenreisen, eine Erzählung aus verschiedenen Sichtweisen (fiese Cliffhanger an den Kapitelenden inklusive), Magie, Kämpfe, Intrigen und jede Menge Geheimnisse. Dieses Buch hat sie alle.
Ich mochte besonders unsere drei Protagonistinnen - Sölva aus dem Gefolge des Nordmannes Morwa hat mir am besten gefallen. Vermutlich ist meine Liebe zur nordischen Mythologie dafür verantwortlich.

Ein bisschen schade war es, dass vom Autor nicht berücksichtigt wurde, dass das Buch nun mal ein erster Teil ist. Statt eines sanften Einführens in die Welt, in der wir uns bewegen, werden wir Leser mit Anlauf hineingeschmissen. Da fallen Stammesnamen, Titel und Ortbezeichnungen, die ich mir niemals alle hätte merken können. Sicher, das wird im zweiten Teil bestimmt alles noch mal aufgewärmt und vertieft - für den Moment habe ich mich aber dezent überfordert gefühlt. Dafür geht es aber auch gleich richtig zur Sache, Blut fließt wirklich einiges auf dem Weg zur neuen Ordnung und die Action bleibt bei keinem der Hauptcharaktere wirklich aus. Man hat insgesamt nicht den Eindruck, dass erst einmal viel erklärt werden müsste, bevor man wirklich erfassen kann, wo die Handlung hingehen wird. Das ist nicht nur eine Schwäche...

Die komplexe Welt in "Ein Reif von Eisen" ist abgesehen von etwas unübersichtlich und viel auf einmal auch eine große Stärke des Buches. Man kann erahnen, dass da noch unglaublich viel kommen wird und auch die Twists am Ende der Handlung machen wirklich neugierig auf die vielschichtige und leicht politische Highfantasy-Welt, mit der wir es hier zu tun haben.

Insgesamt ist das ein wirklich vielversprechender Reihenauftakt - ich werde auf jeden Fall auf den zweiten hinfiebern und freue mich schon sehr darauf, wieder in die Welt von Stephan Rother eintauchen zu können. Starke Charaktere und eine detailreiche Welt treffen einen tollen Erzählstil und einen actionreichen Handlungsverlauf. Einfach cool!
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Stephan M. Rother: "Die Königschroniken - Ein Reif von Eisen". Erschienen am 20. Oktober bei Rowohlt. Kostenpunkt: 14,99€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Sag mal Lisa, gibt es eigentlich auch Bücher, die dich nicht total begeistert haben?
Jap - aber sowas von! Es gibt viele Bücher, die ich gern gelesen habe, die mich aber nicht vom Stuhl geschmissen haben. Und dann gibt es diese Liste hier - auf der findet ihr jetzt 10 der Bücher, die ich am liebsten nie gelesen hätte...
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Wer das Ganze lieber als Videobeitrag sehen möchte, sei eingeladen, sich hier mein Gejammer anzuhören ;)



Nummer 1 - Theodor Fontane und "Effi Briest"
Vielleicht ist dieses Buch ein bisschen geschummelt, immerhin ist es von 1894 und ich musste es im Rahmen der Schullektüre lesen. Dazu muss ich anmerken, dass ich die Lektüre in der Oberstufe ansonsten eigentlich durchgängig interessant und spannend fand (zumindest habe ich immer brav mitgelesen und mich eher selten beschwert^^) - Effi war damit das erste Schulbuch, das ich wirklich völlig Banane fand. Ewiglange Landschaftsbeschreibungen, eine Protagonistin, die einen als aufgeklärte Frau aus dem 21. Jahrhundert einfach aufregen MUSS, ausgelassene Szenen, bei der Unmögliches der Vorstellungskraft des Lesers überlassen wurde. Dieses Buch war wie Kaugummi - eins von der Sorte, die nach dem ersten Kauen sofort geschmacklos und trocken sind...

Nummer 2 - Antonia Neumayer und "Selkie"
Dieses Buch hatte sooo viel Potenzial! Ein modernes Jugendbuch mit sympathischer Protagonistin - im Hintergrund die alte Saga über die "Selkie" - Menschen, die sich mithilfe eines Robbenfells in ebendiese Tiere verwandeln können (ich verlinke euch hier mal den Wikipedia-Artikel dazu, ist echt ein spannendes Thema). Leider war die Ausführung dann weit entfernt von diesem mythologischen Einschlag - die Charaktere haben teilweise widersinnig gehandelt, aus der Fantasykomponente wurde wenig gemacht und die Story war eher dünn... Superschade, aber diese coole Idee war wirklich unglücklich ausgeschrieben.

Nummer 3 - John Tiffany und Jack Thorne und "Harry Potter and the cursed child"
Hachja, über dieses Buch habe ich mich schon so oft aufgeregt - da wiederhole ich mich gerne auch noch mal schriftlich^^! Für mich wurde hier (super erfolgreich) versucht, sein Fähnchen so nach dem Wind zu drehen, dass alle alteingesessenen Fans ungefragt zugreifen. Ich habe zwischen den Zeilen lesen können, wie berechnend auf die Tränendrüse gedrückt wurde und das hat mich echt ein bisschen angewidert. Die Charaktere waren schwach bzw. wurden kaum neue Gesichter eingeführt, es gab Logikfehler in der Geschichte und sowieso scheint niemand in diesem Buch mal kurz nachzudenken, was er/sie da überhaupt tut!

Nummer 4 - Richard Laymon und "Das Ufer"
Mein erster Laymon ging ja mal gleich so richtig schief! Trotz des wunderbar leichtgängigen Schreibstils war dieses Buch eine echte Katastrophe... Eine dünne Handlung, die Auflösung aus dem Nichts, Sexismus pur (ich kann nicht zählen, wie oft die Protagonistin ein Kribbeln zwischen den Beinen verspürte oder wie oft sie irgendein Outfit plante, um irgendeinem Mann zu gefallen), sinnlose Handlungsentscheidungen und verdammt noch mal, es ist sogar ein Nebencharakter unabsichtlich von den Toten auferstanden! Geht gar nicht - das macht auch der genialste Schreibstil der Welt nicht mehr wett...

Nummer 5 - Jonas Jonasson und "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"
Mir wird vermutlich für immer ein Rätsel bleiben, warum dieses Buch es sogar bis zu seiner Verfilmung geschafft hat. Der rabenschwarze Humor des Erzählers (nach dem Motto "Joa, dann sterben eben Menschen - dafür kann es wenigstens witzig passiert sein!") hatte für mich einfach nichts Humoriges. Ich lese gerne mal ein absurdes Buch - ich bin ein großer Fan von Terry Pratchett - aber der Hundertjährige war mir einfach zu viel. Dann noch die Verbindung mit einer politischen Komponente und ich war endgültig raus... Ich habe es auch mal mit "Die Analphabetin, die rechnen konnte" versucht - und festgestellt, das Jonasson wohl einfach nicht für mich schreibt.

Nummer 6 - Melissa de la Cruz und "The isle of the lost"
Ich las den Klappentext, dachte "Wow, genial! Ein Buch über die Kinder der Disney-Bösewichte! Brauch ich!" und wurde bitter enttäuscht... Diese Geschichte verspielt, ähnlich wie auch "Selkie" so viele Chancen, wirklich coole Anspielungen zu machen. So bleibt es bei einem total flachen Highschool-Teenieroman, in dem die süßen Girlzz die heißen Boyzz daten, Streiche spielen und ihren Eltern gefallen wollen. Unterhaltsam - das schon - aber überhaupt nicht das, was ich erwartet habe. Hier ärgere ich mich immer noch, auf die gigantische Marketingapparatur des Disneychannels reingefallen zu sein.

Nummer 7 - J.T. Sabo und "Die Schattenkriegerhexe"
Hier hätte ich vielleicht einfach mal einen Blick in den Klappentext werfen sollen, da wäre vieles klar geworden... So war es das erste Buch, das ich aus meiner Drachenmondverlags-Überraschungsbox gezogen habe. Im Mittelpunkt: Die toughe Jona und ihr heißer Schwarm, jede Menge Vampire und Hexen und ganz.viel.Rumgeturtel. Mir war die romantische Komponente in diesem Buch einfach zu stark - soll das jetzt ein temporeicher Actionklöpper mit Kampf gegen das Böse oder ein heißer Erotikroman mit "Beiß mich!"-Anwandlungen sein? Man weiß es nicht. Und genauso wenig weiß man am Ende des 184 Seiten Buches was eine Schattenkriegerhexe jetzt eigentlich so genau ist.

Nummer 8 - Kirsty McKay und "Untot"
Yay! Zombieapokalypse während des Schulausfluges! Was mich mit witzig-spritzigem Klappentext lockte, entwickelt sich zu einer klischeehaften Geschichte, der irgendwie nur die sympathischen Charaktere bleiben. Kennt ihr diese klassischen Teenie-Horrorstreifen aus Amerika? Das hier ist ein Buch, das genau so geschrieben ist. Wir haben die Tussi, den Nerd, den Sportler und das Mauerblümchen und während man am Anfang noch kopflos flieht und gruppeninterne Probleme hat, entbahrt sich am Ende des Buches cliffhangermäßig (ja, es gibt eine Fortsetzung) der "groooße Plan", den es zu vereiteln gilt. Gähn.

Nummer 9 - Victoria Scott und "Dante Walker, Seelensammler"
Irgendwie hatte ich nach dem Lesen dieses Buches noch nicht so einen negativen Eindruck davon. Der Grund: Der Schreibstil ist hier wirklich grandios. Witzig und auf den Punkt, dabei ein bisschen sarkastisch. Cool! Das Problem: Unser toller Badboy Dante entwickelt sich vom finsteren Helfer des Teufels, dem alles egal ist, zum verliebten Schaf - von Null auf Hundert. Eine mit Klischees vollgestopfte Handlung ist das Resultat. Das Mädchen entwickelt sich von Aschenputtel zu Cinderella? Check. Sinnlose Konflikte durch wahlloses Aus-der-Tür-stürmen nach einem Gespräch? Check. Dadurch in richtig wüste Schwierigkeiten geraten? Check. Dramatischer Showdown mit "Soll ich jetzt alles aufgeben für die Liebe meines Lebens"-Szene? Check des Todes!

Nummer 10 - Luna Darko und "Vergessene Kinder"
Das am schwierigsten zu beschreibende Buch kommt natürlich zum Schluss... "Vergessene Kinder" setzt sich mit einer Vielzahl sehr sensibler Themen auseinander. Drogenmissbrauch (kann man Drogen auch unmissbräuchlich gebrauchen?), Suizid, die Frage nach dem Ich. Es ist zwar wunderschön illustriert, dabei aber auch sehr flach geschrieben - aus der Sicht einer 16-Jährigen. Ich habe der Autorin die Begebenheiten im Buch darum überhaupt nicht abgekauft, es war für mich naives Geschreibsel einer Person, die sich mit diesen Themen nie selbst auseinandersetzen musste. Und bei dem Themenbereich finde ich das schon fast gefährlich...
Lisa Sonnenschein
Von diesem Buch war Melie von Bonnie's Buchemotion so sehr begeistert, dass ich neugierig wurde. Die Gelegenheit, das Buch zu lesen, bot sich dann aber erst, als die Autorin selbst einen Aufruf an alle Blogger startete. Ich bin dem Ruf gefolgt und durfte das Buch jetzt als Rezensionsexemplar lesen :)!
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Zoes Vater ist krank. Nein, eigentlich wurde er vergiftet - denn er kam in Berührung mit dem gefährlichen Malwee. Einer Substanz, die zwar das Wirken von Silbermagie ermöglicht, von Ungeschulten jedoch einen schrecklichen Preis einfordert. Langsam gehen sie in ihren eigenen Gedanken verloren, sind nicht mehr ansprechbar - Zoe hat keine Möglichkeit, an ihren Vater heranzukommen. Der Wunsch nach Heilung konfrontiert sie bald mit dem größten Förderer des Malwees, der Organisation "Nebelring".

Ich muss ehrlich sagen, obwohl ich den Klappentext natürlich kannte, habe ich zu Beginn der Geschichte eine ganz andere Handlung erwartet. Das Setting las sich fast wie eine Metapher für eine Demenzerkrankung, die Fantasykomponente war noch gar nicht ersichtlich und ich hatte erwartet, dass es im Buch viel deutlicher um Zoe und die Beziehung zu ihrem Vater geht. Die Fantasyaspekte kommen dann tatsächlich erst später dazu und äußern sich rund um eine epischen Abenteuerreise und die Rebellion gegen das Regime (in diesem Punkt ist das Buch übrigens nicht allzu weit entfernt von den Tributen von Panem).

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet - also vielmehr geschrieben! Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Reize und es hat besonders bei der Protagonistin Zoe extrem Spaß gemacht, sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Wo sie als sehr naives junges Mädchen gestartet ist, das nie den Glauben in die Menschheit verloren hat, steht am Ende eine junge Frau, die sich bewusst ist, dass sie für die Durchsetzung ihrer Ideale nicht um Opfer herumkommt. Sehr schön! Auch das offene Ende, das neugierig auf den zweiten Teil macht, zeigt deutlich, wie erwachsen Zoe geworden ist...
Allerdings auch sehr klassisch in dieser Hinsicht: Die Jugendliche, die neue Fähigkeiten an sich entdeckt und diese langsam und dezent überfordert ausbauen will/muss/kann/soll. Auch dieses Motiv findet sich in der Geschichte.

Eine von Zoes Entscheidungen konnte ich allerdings so gar nicht nachvollziehen (ebenfalls verknüpft mit dem Ende), sie hat auch meines Empfindens nach nicht zu der starken emotionalen Bindung zu ihrem Vater gepasst - hat aber natürlich die spannende Handlung hervorragend vorangetrieben...!
Packend war die Handlung jedoch auf jeden Fall! Rebellion, ein unterdrückendes Regime, eine mysteriöse Krankheit, die in direktem Zusammenhang mit magischen Fähigkeiten steht... All das gepaart mit einem locker-leichten Schreibstil und dem wunderbaren Erzähltalent der Autorin machen den ersten Teil von "Nebelring" zu einem gelungenen Reihenauftakt. 

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen - trotz vieler aus anderen Jugendbüchern bekannter Motive hat die Autorin es geschafft, eine ganz eigene Welt zu schaffen, die neugierig auf mehr macht. Wie wird Zoes ganz eigener Weg durch all das Chaos aussehen?
Fans der "Tribute von Panem" werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
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I.Reen Bow: Nebelring - das Lied vom Oxean. Erschienen am 5. Oktober 2017 bei Impress. Kostenpunkt: 3,99€ als eBook.