Lisa Sonnenschein
Die Adventszeit schlägt bei mir mal wieder total ein. Ich werde zum Backmonster, verschlinge Märchen und genieße die Lichter auf den Straßen. Manchen Menschen ein Graus - aber ich liebe Weihnachtsvorbereitungen =)!
Weil grade alles so hübsch ist, gibt es dazu auch noch die hübsche Rezension eines hübschen Buches.
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Vorab: Bis zum 15. Dezember könnt ihr noch eines der Bücher vom Wunderhaus Verlag gewinnen! Einfach die Facebookseite des Verlags liken und eine Nachricht, eine Brieftaube oder eine Eule schicken, dass ihr gerne dabei sein würdet und dass ihr von mir kommt :). Wer außerdem noch Lust auf mein liebstes Weihnachtskeks-Rezept hat (könnte man auch zu Oster backen^^), dem sei das passende Video dazu ans Herz gelegt:

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Die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf muss ich euch ja wahrscheinlich nicht erzählen. Anders ist sie nur insoweit, als dass Rotkäppchen in diesem Buch nicht selbst die Geschichte erlebt, sondern sie in Form eines Theaterstücks auf der Bühne erzählt. Das wird aber nur durch Bilder angedeutet - was erzählt wird, ist schließlich altbekannt.
Die Illustrationen sind das Herz der Geschichte! Der Künstler Anton Lomaev hat sich (wie bei der Kleinen Meerjungfrau auch schon) wirklich in Details über Details verwirklicht. Jede Seite ist ein einziges Wimmelbild und wer mag, kann mit diesem Buch Stunden verbringen. Meine Lieblingsanspielung: Auf dem Bett der kranken Großmutter liegt aufgeschlagen das Buch "Der gestiefelte Kater", das Lomaev schon illustrierte. Das wird übrigens auf der nächsten Seite auch gleich mitgefressen ;). Wer aufgepasst hat, findet auch die drei Jäger, die hinterher den Tag retten, schon vorher im Buch - wie auch den Wolf, der später als "Darsteller" hinter der Bühne wieder auftaucht. 
Insgesamt ist der Textanteil in diesem Buch geringer als bei der Kleinen Meerjungfrau - wer die klassischen Grimmschen Märchen kennt, wird sich darüber auch nicht wundern. Auch wichtig zu sagen: Das Märchenbuch ist auf keinen Fall ein bloßes Kinderbuch! Ja, es eignet sich wegen der vielen Details ganz hervorragend zum Vorlesen und gemeinsamen Blättern, aber auch 26-Jährige haben (offensichtlich!) ihren Spaß daran. Insgesamt ist diese Ausgabe von "Rotkäppchen und der Wolf" eines dieser Gute-Laune-Bücher, die sich im Regal wunderschön machen und beim Aufschlagen immer wieder für gute Laune und ein kindliches Grinsen im Gesicht sorgen. Ich möchte es nicht mehr missen und freue mich immer wieder darüber :)!
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Die Brüder Grimm: Rotkäppchen und der Wolf. Erschienen am 15. August 2017 im Wunderhaus Verlag. Kostenpunkt: 14,98€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Okay, Lisa - ist ja schön, dass du in der Buchbranche arbeitest. Aber was genau treibst du da eigentlich den ganzen Tag? Was ist dein Job? Und was macht eigentlich dieser mysteriöse "Lektor" den ganzen Tag, um den sich so viele Mythen ranken und der alle sein wollen, aber niemand ist?
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Das sind genau genommen zwei Fragen. Ich fange mal mit der einfacheren an. 

Was ist dein Job?
Ich bin Volontärin in einem Wissenschaftsverlag - mein Volontariatsschwerpunkt ist das Lektorat. Gerade arbeite ich also der tatsächlich richtig echten Lektorin des Verlags zu. Das kann bedeuten, dass ich Texte (oder Kalender^^) setze, Artikel auf Fehler überprüfe, Sprachproben durchhöre oder auch mal eine Werbekampagne bei Facebook schalte. Das Schöne daran: Ich muss wirklich seltenst nach neuer Arbeit fragen, meistens ergibt sich irgendwas Neues, dem ich mich ungefragt widmen kann. Das kenne ich aus Praktika bisher so gar nicht - es sorgt dafür, dass ich mich besser eingebunden finde und nicht immer mit schlechtem Gewissen jemanden "nerven" muss, damit er/sie mich mit irgendwas möööglichst Sinnvollem beschäftigt.

Trotzdem ist die Arbeit entspannt - im Verlagshaus ist es selten mal richtig chaotisch, denn es kommen niemals zwanzigtausend Deadlines auf einen zu, es laufen nie zwanzigtausend Werbekampagnen gleichzeitig, weil die Literatur und ihre Leser speziell sind und jeder seinen festen Bereich hat. Der Fokus des Verlags liegt nicht auf "möglichst schnell möglichst viel, das sich möglichst gut verkauft", sondern eher auf "möglichst sorgfältig möglichst Zielgruppengenaues". Das entschleunigt, erhöht aber auch den Druck - man will ja einem gewissen Qualitätsstandard gerecht werden.
Die Lektorin meines Verlages entscheidet gemeinsam mit dem Geschäftsführer, welche Veröffentlichungen sinnvoll und umsetzbar sind und steht in engem Kontakt mit den AutorInnen, mit denen ständig aktuellere Versionen ihrer Manuskripte ausgetauscht werden.

Und was macht nun ein Lektor generell?
Das kommt immer ganz auf den Verlag an, in dem er/sie arbeitet. Reden wir von einem großen Publikumsverlag? Dann wird der/die LektorIn eher ein Projektmanager sein, einzelne Bücher auf dem Weg zur Veröffentlichung betreuen und das Verlagsteam anweisen, auf genau diese hinzuarbeiten.
An anderer Stelle wird der/die LektorIn eher ein/e KorrektorIn sein. Manuskripte sichten, Fehler korrigieren, Änderungen mit dem/der AutorIn absprechen sind dann eher die passenden Aufgabengebiete.
Wieder anderswo werden im Lektorat wirtschaftliche Entscheidungen getroffen - welche Bücher passen zum Verlag? Was verkauft sich? Was ist realisierbar? Der/die Lektorin führt dann Kalkulationen durch, errechnet für jedes Manuskript Ausgaben und den voraussichtlichen Ertrag. Natürlich gibt es dann auch noch die Kombination aus all diesen Aufgaben - und dann wirds ganz bunt!

Die Arbeit als LektorIn ist immer Einarbeitung pur. Man muss lernen, sich auf den Verlag, in dem man arbeitet, einzulassen - möglichst weiß man schon vorher, um was genau es (bei den veröffentlichten Büchern) geht. Denn je nachdem muss man fachliches Wissen mitbringen (als Jurist in einem Verlag für medizinische Fachbücher zu arbeiten, wird einen nicht unbedingt glücklich machen). So oder so wichtig ist aber Stressresistenz, Wille zur Kommunikation (mit AutorInnen und KollegInnen), ein sicheres Sprachbewusstsein und vielleicht ein bisschen Organisationstalent - das macht den Beruf des/der LektorIn auch besonders attraktiv für Quereinsteiger aller Branchen.
Lisa Sonnenschein
Eine Liebesgeschichte. Seufz. 
Wer sich jetzt fragt, wie das passieren konnte - ich bin bei buecher.de als "Buchflüsterer" angemeldet. Bedeutet, dass ich regelmäßig Neuerscheinungen zugesendet bekomme, die ich dann in gewissem Zeitrahmen rezensieren sollte. Das hat den Vorteil, dass ich auch mal Bücher lese, zu denen ich in der Buchhandlung nie gegriffen hätte. Außerdem hat es den Nachteil, dass ich auch mal Bücher lese, zu denen ich in der Buchhandlung nie gegriffen hätte^^. Genug Gelaber - hier mein Senf zum Buch!
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Henry hat eigentlich noch nie darüber nachgedacht, was "Liebe" eigentlich so mit einem macht - er ist 17 und über seinen ersten Kuss hinaus hat er auch nicht so richtig Ahnung, wie eine Beziehung mit einem Mädchen überhaupt funktioniert. Und dann kommt Grace an seine Schule. Sie trägt weite "Jungsklamotten", zieht ihr Bein nach und ist auch sonst so ganz anders als die anderen...

Klingt jetzt nach einer klischeehaften Teenie-Lovestory. Ist es auch - aber eben nicht ganz. Denn ab der Hälfte der Geschichte werden wir hier mit einer Wendung konfrontiert, die doch noch Tiefe in den Roman bringt. Im Mittelpunkt steht allerdings nach wie vor unser Henry, der viel darüber lernt, warum Menschen lieben - und den ich gerne regelmäßig in die Wange gezwickt hätte (wie die gruslige Oma auf dem Familienfest, zu dem man nie gehen wollte). Es ist wirklich schön, wie naiv der Junge an seine Geschichte herangeht, und wie er sich in deren Verlauf ändert.

Insgesamt gesehen hatte der Roman drei Phasen.
Erstens - Langeweile. "Mensch Meier, fahr das Drumherum runter und lass mich lieber mal in die Charaktere und die Handlung besser reinkommen."
Zweitens - aufmerksames Interesse. "Ach soooo ist das die ganze Zeit! Mensch, jetzt will ich aber wissen, wie es weitergeht!"
Drittens - Enttäuschung. "Na toll, ein einziges Klischee - die Geschichte hätte doch Potenzial gehabt!"

Am Schluss ist mir das ganze naive Getue dann wirklich auf die Nerven gefallen. Das Ende hat mich wirklich gestört, weil ich nach dem Mittelteil erwartet hatte, dass hier viel mehr bei rauskäme als nur "noch so ein Liebesroman". Ja, das Buch ist anders als viele aus derselben Sparte - aber für meinen Geschmack ist es immer noch zu rosa und schafft den Spagat zwischen "Liebesliteratur für Jugendliche" und "anspruchsvoller Roman, der einen etwas über das Leben lehrt" so gar nicht. Den versucht es aber - und da beißt sich dann der jugendlich-naive Protagonist mit dem seriös-tiefgründigen Hintergrund des Handlungsverlaufs.

Das Buch hat für mich nicht richtig funktioniert. Es hatte definitiv seine Höhen und ich habe mich nicht geärgert, es in die Hand genommen zu haben - aber so richtig Freunde sind wir nicht geworden und eine Empfehlung bekommt es von mir (als Gegnerin des Kitsches) leider nicht.
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Krystal Sutherland: Unsere Verlorenen Herzen. Erschienen am 25. September 2017 bei cbt. Kostenpunkt: 14,99€ broschiert.