Lisa Sonnenschein
Es ist immer ein bisschen unfair, eine Anthologie wirklich zu bewerten, weil nun einmal verschiedene Autoren an dem Buch mitschreiben und immer auch mal eine Geschichte dabei ist, die eben nicht so gut gefällt. Hier also ein Versuch, möglichst wenig unfair zu sein.
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Das Meer hat auf den Menschen schon immer eine sonderbare Anziehungskraft ausgeübt. Mit seiner unendlichen Weite und Tiefe, die immer noch nur zu einem Bruchteil entdeckt wurde, lässt es Spielraum für Mythen, Geschichten und Träume. Und genau darum sollte es in dieser Kurzgeschichtensammlung gehen...

Insgesamt sind alle zehn enthaltenen Geschichten länger, als ich das von anderen Anthologien gewohnt bin. Das hatte zur Folge, dass einige der Geschichten nicht wie bei der Gattung sonst üblich ein offenes Ende haben, sondern ziemlich Happy-Endig und abgeschlossen konzipiert sind.
Zwei weitere Dinge haben mich außerdem überrascht:

- Die Themenauswahl. Obwohl das Meer so unglaublich viel Schreibstoff hergibt, haben sich fast alle Autorinnen für eine Meerjungfrauen-Geschichte in Hans-Christian-Andersen-Manier entschieden. Viel Geschmachte, viel unerwiderte Liebe, viele dramatische Szenen. Warum?
- Die Form. Trotz ähnlichen Aufbaus und mythologischen Hintergrunds aller Geschichten war es erschreckend, wie viele Rechtschreibfehler in der einen - und wie wenige in der anderen zu finden waren. Es scheint ein bisschen, als hätte da die Kontrollinstanz Lektorat gefehlt.

Hervorheben möchte ich aber unbedingt die Geschichte von Veronika Serwotka, die mir sowohl in Form als auch Aufbau unheimlich gut gefallen hat. Hier steht mir definitiv noch ein Ausflug in ihre Wyvern-Reihe bevor. Auch die Einsendung ganz zum Ende des Buches - von K.K. Summer - konnte mich begeistern. Einfach weil das Setting und der Ausgang der Geschichte mal was Anderes war und Schwung zwischen die Zeilen gebracht hat.

Insgesamt war "When Oceans fade away" eine unterhaltsame Lektüre, die für mich aber gerne noch mehr Abwechslung hätte mitbringen dürfen. Wer über kleinere Stolperer in der Form hinwegsehen kann, findet hier eine Sammlung atmosphärischer Kurzgeschichten und sicher die ein oder andere Autorin für kommende Leseprojekte.
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Anthologie "When Oceans fade away". Erschienen am 1. November 2017 im Tagträumer Verlag. Kostenpunkt: 4,99€ als eBook. 

Mitwirkende Autorinnen: Nany Pfeil, Aurelia L. Night, K.K. Summer, Veronika Rothe, Katrin Gindele, Nine Willsch, Teja Ciolczyk, Isabelle Wallat, Veronika Serwotka, Tatjana Zanot
Lisa Sonnenschein
Weil der erste Teil ihrer Buchreihe "Berlingtons Geisterjäger" von Amalia Zeichnerin ein neues Kleid erhalten hat, habt ihr heute die wunderbare Gelegenheit, eines der "erstbekleideten" Printexemplare - auch noch signiert - zu gewinnen :)! Yay!

Damit ihr auch wisst, worauf ihr euch da einlasst, will ich euch natürlich den Klappentext nicht vorenthalten:

London, im Herbst 1887. Als zwei Männer kurz nach Halloween in London spurlos verschwinden, untersucht der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches den Fall – gemeinsam mit dem wohlhabenden jungen Erben Lord Berlington, der irischen Hexe Fiona, der Künstlerin Nica und der älteren Spiritistin Giselle. Haben sie es hier mit Geistern zu tun? Und was hat es auf sich mit dem charismatischen jungen Dandy Damian, der Lord Berlington in seinen Bann zieht? Hintergrund: "Berlingtons Geisterjäger" ist eine Mischung aus Urban Fantasy, Gay/Lesbian Romance, Steampunk und ein wenig Gothic Horror. Im Jahr 1887 sind der technische Fortschritt und die Industrialisierung kaum aufzuhalten im Britischen Königreich und in anderen Teilen der Welt. Die Luftschifffahrt, Automobile und die Verbreitung der Elektrizität sind nur einige Beispiele für die technischen Errungen-schaften der letzten Jahrzehnte. Freischaffende Erfinder entwickeln ungeahnte Geräte und Maschinen. Doch auch das Mystische fasziniert die Menschen dieser Zeit – der Glaube an Geister, Okkultismus, Seáncen und andere esoterische Praktiken erfreut sich großer Beliebtheit. Und manch einer behauptet gar, Geister, Dämonen oder Feen gesehen zu haben …
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Okay, der Klappentext passt und ihr habt Lust auf das Buch? Dann ist Mitmachen ganz einfach - beantwortet mir ganz einfach die folgende Frage:

Was befindet sich höchstwahrscheinlich in dem unten abgebildeten Umschlag?

Bedingung: Seid bloß nicht realistisch! Das Portal in eine andere Welt? Eine Regenwurm-Familie? Die Bundeslade? Aristoteles' verloren geglaubte Abhandlung über die Komödie? Ich bin gespannt, was euch einfällt - die verrückteste Idee gewinnt!

Was ist bloß in diesem Umschlag??
Teilnehmen könnt ihr bis kommenden Sonntag (18.02.2018) um 23:59 Uhr. Den/die GewinnerIn werde ich am Montag benachrichtigen.
Viel Glück!

Die Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärst Du dich einverstanden, dass Du als Gewinner öffentlich genannt werden darfst.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Lisa Sonnenschein
Willkommen zur Release-Party von Sabine Hentschels "Drachenseele". Heute ist schon der zweite Tag unserer Tour - wenn ihr gerne mehr über die Buchreihe erfahren, Textschnipsel lesen und am Gewinnspiel teilnehmen wollt, geht es hier zum entsprechenden Facebook-Event. 
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Drachen sind in High- und Urban Fantasy eigentlich allgegenwärtig. Zusammen mit Vampiren und Werwölfen führen sie wohl sämtliche Toplisten der romantisierten Sagengestalten in der Fantasyliteratur an. Aber woher kommt eigentlich das mythologische Wesen "Drache" - und wo wird er wie dargestellt? Das könnt ihr hier nachlesen.
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Bild von Pixabay
Unser Wort für "Drache" kommt aus dem Griechischen - dort bedeutet "drakon" so viel wie "große Schlange". Und das deutet auch schon darauf hin, was Drachen ursprünglich sind. Häufig werden sie schlangenartig dargestellt, fast immer sind sie Mischwesen, z.B. mit Vogelkrallen oder einem Löwenkopf. Etwa vor 6000 Jahren begegnen uns die ersten Abbildungen von drachenähnlichen Wesen, die den Mythos angestoßen haben.

Bei uns und auch im fernen Orient hat der Drache einen verdammt miesen Ruf. Er gilt als Unheilbringer, verschlingt Jungfrauen, vernichtet Ernten, spuckt Feuer, hortet gestohlene Schätze. In der Gestalt eines Lindwurms muss Siegfried auch in den Deutschen Heldensagen einen Drachen bekämpfen, dessen Blut ihn unverwundbar macht. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Erhaltung dieser Schauergestalt spielt tatsächlich die Bibel. Sie beschreibt den Drachen als verkörperten Teufel, als feuerfarben mit sieben Köpfen und zehn Hörnern (also eher Hydra-artig). Immer ist er falsch und hinterhältig, der Kampf gegen ihn gleicht dem Kampf gegen das Böse und die Versuchung.
Bild von Delta-9 http://bit.ly/2EJJwpP

In der Wappenkunde wird der Drache demnach auch als Sinnbild verwendet - der Träger des Wappens oder des Schildes sollte besonders gottesfürchtig sein und den Kampf mit seinen inneren Dämonen bestehen. Aus dieser Ecke stammt auch die Figur des "Wyvern", ein zweifüßiger Drache mit Schlangenleib und Flügeln, der ursprünglich nur auf Wappen Verwendung findet.

Aber der Drache ist nicht überall auf der Welt so in Verruf geraten. Im alten China galt er schon immer als Glücksbote und Regenmacher, ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auch als Zeichen der Stärke des Kaisers wurde er dort häufig angesehen. 
Künstler: Sergey Yakushev
http://yakushevkunst.com/

Eine andere wunderbare Geschichte über Drachen durfte ich mir auf der letzten Leipziger Buchmesse anhören. Dort erzählte mir ein russischer Künstler, dass der Drache in den kalten Gebieten seiner Heimat häufig mit Fell überzogen dargestellt wird und eher unserer Vorstellung eines "Taschendrachen" entspricht - eine Art gutmütiges Heinzelmännchen, das die Nähe der Menschen sucht. Links seht ihr eine Zeichnung des Künstlers, die er meiner Mutter Tine gewidmet hat. Grundsätzlich scheint der Drache aber überall an Prestige gewonnen haben. In der modernen Fantasy-Literatur und auch in Filmen wird er häufig als weiser Ratgeber, Retter in der Not oder starker Beschützer dargestellt. 
Bild von http://bit.ly/2EJH9mP
Denken wir an die Eragon-Reihe, die vier Wahrheiten von Dawn Cook, oder die Unendliche Geschichte, dürften eher ganz viele sehnsuchtsvolle Seufzer zu hören sein, als panische Schreie.

Wer hätte es gedacht, auch in "Drachenseele" sind die schuppigen Wesen nicht die finsteren Unheilsbringer, die sie noch im europäischen Mittelalter gewesen sein sollen. Die "Drachenkinder" sind hier Mischwesen aus Mensch und Drache, die unter bestimmten Umständen ihre Gestalt wechseln können. Mit ihrer halb/halb-DNA zählen die Drachenkinder also definitiv zu den modernen Drachenadaptionen und fügen sich eher weniger in die Reihe der historischen Sagengestalten ein.

Wer mehr wissen möchte, der sei auf die Homepage der Autorin eingeladen - viel Spaß beim Reinlesen! =)

Lisa Sonnenschein
Auf der Buch Berlin habe ich mich mit Anja Stephan unterhalten - einer supersympathischen Autorin, die mit ihrem Buch "A Fairy Tale" einen eigenen Stand dort hatte. Wir haben herrlich über klischeehafte Liebesromane ausgelassen und endlich, endlich gibt es auch eine Rezension zu ihrem Buch von mir :). Wer Lust hat, sich die Autorin mal näher anzuschauen, folge diesem Link.
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Scott und Gwendolyn scheint irgendwie mehr zu verbinden als eine gemeinsame Schulausbildung. Immer wieder laufen sich der Gentleman und die toughe Powerfrau aus der Pariser Oberschicht über den Weg. Das Schicksal führt sie bald zusammen auf eine Abenteuerreise ins Ungewisse - zwischen alten Gemälden, staubigen Büchern und finsteren Gestalten aus der Unterwelt müssen beide ihren eigenen Weg finden.

Klingt jetzt, wie der Auftakt zu einer superkitschigen Liebesgeschichte mit zweitrangigem Storyverlauf. Ha! Genau das ist es NICHT (ihr kennt meine Einstellung zu solchen Geschichten). Es ist wirklich wunderbar, wie sich die Dinge zwischen unseren Protagonisten entwickeln, ohne dass es flach wird, oder alle zwanzig Seiten jemand mit jemandem schlafen müsste. Eine sehr erwachsene Geschichte und eine großartige Charakterentwicklung!

Auch sehr schön: Immer wieder begegnen einem passende Zitate von den Größen der Dichtkunst, die in den Textverlauf eingeflochten wurden - das und Scotts Liebe zu antiken Büchern sowie Gwendolyns Leidenschaft für Kunst sorgen für das gewisse Etwas und immer wieder kleine Überraschungen. Ich bin zweimal sogar der Versuchung nachgekommen, die Zitate noch mal zu googlen.

Ein paar Negativpunkte habe ich dann allerdings auch noch. Erstens kommt leider die Erzählperspektive im Buch immer wieder durcheinander. Häufig wusste ich nicht, wer grade "denkt", die merkwürdigen Absätze haben da auch zu meiner Verwirrung beigetragen. Dazu kam noch, dass so einige Details im Buch beschrieben wurden, die nicht zur Plotentwicklung beitragen konnten. Da hätte ein Ausmisten dem 700-Seiten-Roman sicher noch mal gutgetan.

Alles in allem ist "A Fairy Tale" ein Buch der etwas anderen Art - und als solches habe ich es ohnehin schon ins Herz geschlossen. Wunderbare Charaktere, coole Schauplätze und immer wieder kleine Hinweise auf andere Bücher und Geschichten konnten mich über kleinere formale Fehler und die umfangreichen Beschreibungen hinwegtrösten. Von mir gibt's eine Leseempfehlung für alle, die die immer gleichen Liebesromane satt haben!
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Anja Stephan: A Fairy Tale, Die Suche nach dem blauen Herz. Erschienen am 4. April 2017 bei epubli. Kostenpunkt: 19,99€ als Taschenbuch.